Vier Tiere ersetzen die historischen Persönlichkeiten
Die Bank of England hat am Donnerstag mitgeteilt, dass der Papageitaucher, die Schleiereule, die Erdhummel und der Braunbrustigel in den kommenden Jahren auf ihren nächsten Banknoten erscheinen und damit Winston Churchill und andere historische Persönlichkeiten ersetzen. Jedes Tier wird auf einer der vier Stückelungen zu sehen sein, doch die Bank hat noch nicht entschieden, welches Tier auf welche Note kommt, und will das erst kurz vor der Ausgabe bekannt geben. Reuters berichtet, dass der Papageitaucher ausgewählt wurde, um sicherzustellen, dass ein Meerestier auf der Liste steht; die Bank erklärte, die Aufnahme sorge für Vielfalt und mache die Stückelungen leichter unterscheidbar. Die zentrale Bildsprache soll durch weitere Naturelemente ergänzt werden, und auch andere Tiere aus der Vorauswahl könnten einbezogen werden, um die Entwürfe zu vervollständigen. Der Monarch wird weiterhin auf den Banknoten erscheinen.
Wie die Öffentlichkeit abstimmte
Fast 500.000 Menschen stimmten über eine Auswahl von 18 Tieren ab, die die Zentralbank im Juni veröffentlicht hatte; die Vorauswahl war gemeinsam mit einem Gremium britischer Wildtierexperten erstellt worden. Die Erdhummel war das beliebteste Tier der Vorauswahl, gefolgt von der Schleiereule und dem Braunbrustigel, die in ihren jeweiligen Kategorien gewannen. Der Rotfuchs erhielt 244.651 Nennungen und der Eisvogel 211.277, beide vor dem Papageitaucher mit 183.137. Die Bank hatte zuvor erklärt, sie werde nicht unbedingt die vier Tiere mit den meisten Rückmeldungen auswählen und wolle, dass die Auswahl verschiedene Lebensräume in ganz Großbritannien repräsentiert. Historische Persönlichkeiten erscheinen seit 1970 auf Banknoten der Bank of England, und die aktuelle Serie ist seit 2016 im Umlauf, als die 5-Pfund-Note mit Churchill ausgegeben wurde.
Warum die Bank die Richtung änderte
Die Bank kündigte im März an, künftig keine berühmten Briten mehr auf Banknoten abzubilden – eine Entscheidung, die Politiker aller Parteien bestürzte und Spekulationen auslöste, die Zentralbank wolle Kontroversen um historische Persönlichkeiten vermeiden. Kemi Badenoch, Vorsitzende der Konservativen Partei, warf der Bank vor, die britische Geschichte auslöschen zu wollen, wie aus einem von der Berliner Zeitung zitierten Bericht des Guardian hervorgeht. Nigel Farage, Vorsitzender der Reform-Partei, nannte die Entscheidung völlig verrückt, und auch der Liberaldemokrat Ed Davey kritisierte den Schritt. Die Bank erklärt, die Änderung mache ihre Noten unverwechselbarer und schwerer zu fälschen. Victoria Cleland, Chief Cashier der Bank, brachte die starke Resonanz mit der weiterhin bestehenden Bedeutung des Bargelds in Verbindung.
Ich freue mich sehr, dass fast eine halbe Million Menschen an unserer Konsultation zur Wildtier-Bildsprache teilgenommen haben – das zeigt, dass Bargeld noch immer zählt
Bargeld und wie es weitergeht
Die Bargeldnutzung in Großbritannien ist stark zurückgegangen, ein Rückgang, der durch die COVID-19-Pandemie beschleunigt wurde, in deren Folge fast alle Einzelhändler kontaktlose Karten- und Smartphone-Zahlungen akzeptieren. 2024 wurden weniger als 10 % der Zahlungen in bar abgewickelt, und UK Finance erwartet, dass sich der Rückgang abschwächt, weil ein kleiner Teil der Briten Bargeld stark bevorzugt. Rhys Phillips, der die Banknotenausgabe bei der Bank übernehmen wird, sagte, das Team werde die Noten nun entwerfen, testen und produzieren und dabei die angekündigten Motive mit Sicherheitsmerkmalen und neuesten Erkenntnissen der Materialwissenschaft verbinden. Die Bank erklärt, Entwurf, Test und Druck haltbarer, barrierefreier und hochwertiger Noten dauerten mehrere Jahre, weshalb die Entwürfe erst näher an der offiziellen Ausgabe vorgestellt würden. Die erste zur Ablösung anstehende Note ist die 5-Pfund-Note mit Churchill, gefolgt von der 10-Pfund-Note mit Jane Austen, der 20-Pfund-Note mit JMW Turner und der 50-Pfund-Note mit Alan Turing.
- Öffentliche Konsultation zum Thema der Banknoten beginnt
- Bank kündigt an, künftig keine berühmten Briten mehr auf Banknoten abzubilden
- Vorauswahl von 18 Tieren zur öffentlichen Abstimmung veröffentlicht
- Bank gibt Papageitaucher, Schleiereule, Hummel und Igel bekannt
