Die Einschnitte

Netflix streicht etwa 6 % seiner Belegschaft, rund 1.000 Stellen, im größten Stellenabbau seit 2022. Das Wall Street Journal berichtete über die Kürzungen und berief sich auf eine E-Mail, die die Co-CEOs Ted Sarandos und Greg Peters am Morgen des 14. Oktober 2026 an die Mitarbeiter schickten. Die meisten Stellenstreichungen treffen Produkt-, Technologie-, Rechts- und Personalteams. Die Kürzungen betreffen die weltweite Belegschaft des Unternehmens, hieß es in dem Bericht. Ende 2025 beschäftigte das Unternehmen etwa 16.000 Vollzeitkräfte. Netflix reagierte zunächst nicht auf eine Anfrage von Reuters um Stellungnahme.

Warum das Unternehmen kürzt

Die Kürzungen hängen mit dem nachlassenden Wachstum und der Schwierigkeit zusammen, Zuschauer zu binden. Netflix steht in einem konsolidierten Medienmarkt in intensivem Wettbewerb um die Zeit der Menschen und hat sich deshalb über Abonnements hinaus auf Werbung, Live-Programme, Videospiele und Sportübertragungen ausgeweitet. Die Bibliothek wurde zudem um Video-Podcasts und Sendungen von YouTube-Creators erweitert. Als weitere Optionen prüft Netflix Live-Kanäle und Bündel mit anderen Streaming-Plattformen.

Was die Co-CEOs schrieben

In der E-Mail wurde die Mission des Unternehmens, die Welt zu unterhalten, als ehrgeizig bezeichnet; ihre Umsetzung erfordere Disziplin bei der Festlegung von Prioritäten für Menschen und Ressourcen. Die Co-CEOs erklärten, Netflix werde weiterhin stark in die für seine Entwicklung wichtigsten Bereiche investieren und zugleich bewusste Entscheidungen darüber treffen, wie die Mittel und Ressourcen aufgeteilt werden. Diese Entscheidungen seien nötig, um die Erwartungen von Abonnenten, Partnern, Mitarbeitern und Investoren weiter zu erfüllen. Der Stellenabbau markiert eine neue Phase der Reorganisation, die darauf abzielt, Kosten zu begrenzen und zugleich die aus Sicht des Unternehmens strategischen Bereiche zu stärken.

Paramount und Warner Bros. Discovery

Netflix hatte auf die Filmstudio- und Streaming-Vermögenswerte von Warner Bros. Discovery geboten, wurde aber von Paramount Skydance überboten. Paramount schloss die 110 Milliarden Dollar schwere Übernahme Anfang Oktober 2026 ab und schuf damit einen Mediengruppe, die große Filmstudios mit Fernseh- und Nachrichtenbetrieben verbindet. Netflix ist damit aus dem Rennen um diese Warner-Bros.-Vermögenswerte, und der Deal hat ein einziges Unternehmen hinterlassen, das Studios, Rundfunk- und journalistische Geschäfte hält.

Schlüsseldaten zum Stellenabbau bei Netflix und zum Paramount-Deal
  1. Paramount Skydance schließt die 110 Milliarden Dollar schwere Übernahme von Warner Bros. Discovery ab
  2. Co-CEOs informieren die Mitarbeiter per E-Mail über den Abbau von etwa 6 % der Belegschaft, wie das Wall Street Journal berichtet

Kundenbindung und Aktienkurs

Die Rzeczpospolita berichtete unter Berufung auf Daten des Analysehauses Antenna, dass Netflix bei der Bindung von Abonnenten gut abschneidet. Antenna bezifferte die Kündigungsquote von Netflix-Abonnements in den Vereinigten Staaten auf knapp über 2 % und bezeichnete dies als das beste Ergebnis der Streamingbranche. Diese Kundenbindung schlug sich nicht im Aktienkurs nieder. In den zwölf Monaten bis Mitte Oktober 2026 verloren Netflix-Aktien mehr als 40 % ihres Werts.