Goldman überzeugt mit Handelsstärke
Goldman Sachs meldete für das am 30. September beendete Quartal einen Gewinn von 5,29 Milliarden Dollar oder 17,01 Dollar je Aktie, nach 4,10 Milliarden Dollar oder 12,25 Dollar je Aktie im Vorjahr. Die von LSEG zusammengestellten Schätzungen hatten bei 13,02 Dollar je Aktie gelegen. Das Aktiengeschäft verzeichnete einen Umsatzsprung von 72 Prozent auf 6,44 Milliarden Dollar, während die Erträge aus festverzinslichen Papieren, Währungen und Rohstoffen bei 3,47 Milliarden Dollar lagen, ein Prozent weniger als im Vorjahr. Die Gebühren im Investmentbanking stiegen um 21 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 3,22 Milliarden Dollar, und die Beratungserlöse legten um 18 Prozent zu und erreichten einen Rekordwert für die Investmentbank. Die Goldman-Aktie notierte am Dienstag, dem 13. Oktober, vor Handelsbeginn 3,8 Prozent im Plus. CEO David Solomon erklärte:
Ungeachtet der derzeitigen Komplexität und Unsicherheit in der Welt sind wir weiterhin sehr gut aufgestellt, um unsere Kunden auch künftig zu bedienen.
JPMorgan-Gewinn steigt, Aktie gibt nach
JPMorgan Chase meldete für das dritte Quartal einen Nettogewinn von 15,3 Milliarden Dollar oder 5,57 Dollar je Aktie, verglichen mit 14,4 Milliarden Dollar oder 5,07 Dollar je Aktie im Vorjahr. Die Aktie fiel im vorbörslichen Handel um etwa 3 Prozent und schloss 0,9 Prozent tiefer. Il Messaggero berichtete, das Ergebnis je Aktie habe die von LSEG befragten Analysten erwarteten 5,85 Dollar verfehlt, was die erste Gewinnverfehlung der Bank seit Ende 2023 wäre. Die Gebühren im Investmentbanking sanken um 8 Prozent gegenüber dem zweiten Quartal, stiegen aber um 14 Prozent gegenüber dem Vorjahr, und die Erträge der Marktsparte kletterten um 15 Prozent. Der Zinsüberschuss ohne Marktgeschäft stieg um 6 Prozent auf 24,7 Milliarden Dollar, und die durchschnittlichen Kredite legten um 10 Prozent im Jahresvergleich zu. CEO Jamie Dimon erklärte:
Die Gebühren im Investmentbanking stiegen jeweils im mittleren Zehnerprozentbereich, begünstigt durch eine hohe Kundenaktivität, wenngleich die Aktivität im Quartalsverlauf etwas nachließ.
Geschäft mit Übernahmen und Fusionen ließ Ende September nach
Die M&A-Aktivität im dritten Quartal fiel laut LSEG-Daten um 41 Prozent gegenüber den vorangegangenen drei Monaten auf 993 Milliarden Dollar und sank erstmals seit dem zweiten Quartal 2025 unter die Marke von einer Billion Dollar. Der IPO-Markt verlor nach einem starken Jahresauftakt in den vergangenen Wochen an Schwung; Analysten zufolge ist er selektiv, aber nicht geschlossen. Die US-Notenbank erhöhte im September erstmals seit 2023 die Zinsen, während der Anleihemarkt eine seiner schwersten Verkaufswellen seit langem erlebte und die globalen Renditen auf Niveaus trieb, die seit Beginn des Jahrhunderts nicht mehr erreicht wurden. JPMorgan-Finanzvorstand Jeremy Barnum sagte in einer Telefonkonferenz mit Journalisten:
Ich denke, die Rahmenbedingungen für die Pipeline im Investmentbanking bleiben insgesamt sehr, sehr stark.
Barnum fügte hinzu, die Verlangsamung in der zweiten Septemberhälfte könne sich ins vierte Quartal fortsetzen, und er neige zu der Annahme, dass Geschäfte eher verschoben als abgesagt würden. Citigroup-Finanzvorstand Gonzalo Luchetti sagte, die Bank habe im dritten Quartal nach Rekordvolumina im ersten Halbjahr eine schwächere Investmentbanking-Aktivität verzeichnet. Wells-Fargo-Finanzvorstand Mike Santomassimo sagte, die Handelsaktivität über alle Kunden hinweg habe in den letzten Septemberwochen deutlich nachgelassen, was auf den starken Anstieg der Rendite zehnjähriger Staatsanleihen zurückzuführen sei.
Citigroup und Wells Fargo verfehlen Erwartungen, Aktien fallen
Der Umsatz von Citigroup im dritten Quartal erreichte 23,8 Milliarden Dollar, den höchsten Wert eines dritten Quartals der vergangenen zehn Jahre laut Il Messaggero, mit einem Ergebnis von 2,85 Dollar je Aktie über den Schätzungen. Der Gewinn von Wells Fargo stieg um 6,5 Prozent auf 5,95 Milliarden Dollar und übertraf die Prognosen beim Ergebnis, doch der Umsatz legte nur um 2 Prozent auf 21,9 Milliarden Dollar zu, gegenüber erwarteten 22,3 Milliarden Dollar. Die Citigroup-Aktie schloss am 13. Oktober 5,6 Prozent tiefer, die Wells-Fargo-Aktie 3,1 Prozent tiefer. Der Dow Jones fiel um 0,35 Prozent, der Nasdaq verlor 0,15 Prozent und der S&P 500 gab um 0,02 Prozent nach. Chip-Aktien belasteten die Sitzung, nachdem der chinesische Chiphersteller CXMT Fortschritte bei einer Speicherchip-Plattform gemeldet hatte, und Il Messaggero berichtete, Micron habe 5 Prozent verloren, nachdem der Markt in Seoul um mehr als 5 Prozent gefallen war.
Dimon zu Zinsen und Konjunktur
Dimon beschrieb eine Wirtschaft, die weiterhin von Unternehmensinvestitionen und Konsumausgaben getragen wird, warnte jedoch, dass die Bedingungen härter würden, falls die Zinsen weiter stiegen. ANSA berichtete, er habe CNBC gesagt, der Schritt von 5 auf 6 Prozent sei schmerzhafter als der von 4 auf 5 Prozent, weil Kreditnehmer mehr zahlen und zu höheren Zinsen refinanzieren müssten, wobei sich die Kreditspreads leicht ausweiten könnten. ANSA gab die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen Ende September mit etwa 5,3 Prozent an, nach rund 4 Prozent ein halbes Jahr zuvor, während Il Messaggero 5,2 Prozent als aktuelles Niveau nannte. Seine Erklärung verwies zudem auf hohe Haushaltsdefizite, anhaltende Inflation, hohe Vermögenspreise, steigende Zinsen und sich wandelnde geopolitische Bedingungen, betonte aber, JPMorgan bleibe auf ein breites Spektrum von Szenarien vorbereitet.