Arbeiter besetzen das Flughafenterminal

Arbeiter des Ex-Ilva-Werks in Cornigliano in Genua verließen am Montag, 19. Oktober, die Fabrik und zogen zum Flughafen Cristoforo Colombo. Dem Auszug vorausgegangen war eine Betriebsversammlung vor den Werkstoren um sieben Uhr morgens, die den Protest beschloss. Die Polizei hinderte sie nicht am Zutritt, und die Arbeiter erklärten den Flughafen für besetzt, als sie den Abflugbereich erreichten. Sie ließen einen Korridor offen, damit Passagiere weiterhin an Bord gehen konnten, setzten sich dann auf den Boden und schlugen mit ihren Helmen darauf. Der Flughafenbetrieb lief trotz der logistischen Belastung durch die große Zahl der anwesenden Arbeiter weiter, und auch der Regionalpräsident Marco Bucci kam am Flughafen an. Palombo von der Gewerkschaft Fiom sagte der jubelnden Menge, die Arbeiter würden bleiben, bis die Regierung antworte.

Wir bleiben hier, bis diese Regierung uns eine Antwort gibt.

— Armando Palombo

Der Kurzarbeitsantrag hinter der Besetzung

Acciaierie d'Italia, das unter außerordentlicher Verwaltung steht, hat Verfahren eingeleitet, um die Cassa Integrazione Straordinaria (außerordentliche Kurzarbeit) auf maximal 8.622 Beschäftigte der Gruppe auszuweiten – fast doppelt so viele wie die derzeit 4.450. Die erweiterte Regelung soll bis zum 28. Februar 2027 laufen, sofern keine weiteren Verlängerungen gewährt werden. Die Maßnahme erfasst alle wichtigen Standorte der Gruppe, von Tarent bis Genua. Im Werk Genua beantragten die Kommissare, 870 der 917 Beschäftigten in die Regelung aufzunehmen. Nicola Appice von der Fim Cisl warnte, die Kürzungen könnten ganze Abteilungen zum Erliegen bringen, auch die Bürobelegschaft.

Der Nachschub muss sofort garantiert werden: Wir sind bereit, alles zu tun, um die Arbeitsplätze zu retten.

— Nicola Appice
Beschäftigte in Cassa Integrazione, Gruppe Acciaierie d'Italia (Beschäftigte)
Aktuell, Gruppe4.450Beantragtes Maximum, Gruppe8.622

Gebrochene Zusagen und Coil-Mangel

Palombo warf den Kommissaren vor, eine frühere Vereinbarung gebrochen zu haben. Am Mittwoch in der Woche des 12. Oktober unterzeichneten sie in Rom und schickten dem Präfekten ein Schreiben, das die Fortführung der Produktion garantierte. Bis Mitternacht am Freitag, 16. Oktober, hatten sie eine zertifizierte E-Mail (PEC) geschickt, mit der sie die Kurzarbeit ausweiteten. Wenige Tage vor dem Kurzarbeitsantrag hatte eine Vereinbarung die Produktion am Standort bis Ende November garantiert, in Erwartung von Lösungen für die Monate danach. Appice sagte, drei Tage in der Präfektur hätten eine vorübergehende Lieferung von 35.000 Tonnen Coils gesichert, um Genua am Laufen zu halten, doch die neue Kurzarbeitsanzeige drohe die verbleibende Verarbeitung zu stoppen. Palombo fügte hinzu, Genua könne nicht zehn Jahre auf die grüne Transformation warten, während der Markt stark sei, und die Coils müssten jetzt kommen. Auf die Arbeiter komme zudem ein Urteil des Kassationsgerichts zur Stilllegung des Warmbereichs in Tarent zu, das Appice als unmittelbar bevorstehend bezeichnete.

Ablauf des Kurzarbeitsstreits in Cornigliano
  1. Die Kommissare unterzeichnen in Rom und schicken dem Präfekten ein Schreiben, das die Fortführung der Produktion garantiert
  2. Die Kommissare schicken eine PEC mit dem Kurzarbeitsantrag
  3. Versammlung vor den Werkstoren in Cornigliano beschließt den Protest
  4. Arbeiter dringen in den Abflugbereich des Flughafens Cristoforo Colombo ein und setzen sich auf den Boden

Ein Protest ohne festes Ende

Der Protest hat kein festes Ende und wird fortgesetzt, bis Nachrichten aus Rom eintreffen und die Arbeiter Gewissheit über ihre Arbeitsplätze haben. Fabio Ceraudo von der Usb beendete die Reden von der Bühne und rief Genua auf, seine industrielle Basis zu verteidigen. Die Arbeiter blieben im Abflugbereich, während der Flughafenbetrieb weiterging. Das Sit-in dauert an, bis die Regierung eine klare Antwort zur Kurzarbeit gibt.