Wachstum steigt gegenüber dem zweiten Quartal leicht an
Das Bruttoinlandsprodukt Chinas stieg im Zeitraum Juli bis September gegenüber dem Vorjahr um 4,5 Prozent, wie das Nationale Statistikamt am Montag, 19. Oktober 2026, mitteilte. Die Rate liegt über den 4,3 Prozent des zweiten Quartals, aber unter den 5 Prozent des ersten Quartals. Die Wirtschaftswoche schrieb, Ökonomen hätten 4,4 Prozent erwartet, während die Financial Times berichtete, die Zahl habe den Median der von Bloomberg befragten Analystenprognosen übertroffen. Über die ersten neun Monate erreichte das Wachstum 4,6 Prozent.
Das Quartal liegt am unteren Rand der Jahreszielspanne der Regierung von 4,5 bis 5 Prozent. Die Analyse von Bloomberg argumentiert, das Ergebnis verbessere die Chancen, das Jahresziel zu erreichen, und verringere zugleich die Wahrscheinlichkeit weiterer Lockerungen.
Exporte tragen die Wirtschaft
Der Außenhandel stemmt den größten Teil. Die Exporte stiegen in den ersten neun Monaten in Dollar gerechnet um 21,3 Prozent, wie aus von der Wirtschaftswoche zitierten chinesischen Zolldaten hervorgeht, und der Handelsüberschuss erreichte im selben Zeitraum rund 938 Milliarden Dollar. Die Financial Times führt die Exportstärke auf den KI-Boom zurück, der die Nachfrage nach Hightech-Gütern und Industrieerzeugnissen antreibt. Die New York Times berichtete, die Ausfuhren seien im September so schnell gewachsen wie zuletzt im Juli 2010 – rechnet man die Verzerrungen durch das Mondneujahr heraus. Die Höhe des Überschusses sorgt für Reibungen mit den Handelspartnern, und die Wirtschaftswoche vermerkt wachsende europäische Sorgen, dass billige chinesische Waren heimische Hersteller verdrängen.
Schwache Binnennachfrage
Die Binnenindikatoren fielen deutlich schwächer aus. Die Einzelhandelsumsätze, ein Maß für den Konsum, stiegen im September gegenüber dem Vorjahr um 1,1 Prozent, nach 0,4 Prozent im August und mehr als die von Analysten erwarteten 0,5 Prozent. Die Investitionen in Anlagevermögen sanken in den ersten neun Monaten um 7,2 Prozent – derselbe Rückgang wie bis August und etwas milder als der prognostizierte Rückgang von 7,3 Prozent. Die Wirtschaftswoche verweist auf die Immobilienkrise als zentrale Belastung: Sinkende Hauspreise machten die Haushalte vorsichtig, Entwickler investierten weniger, und die Städte nähmen weniger durch den Verkauf von Nutzungsrechten an Grundstücken ein. Die Industrieproduktion wuchs im September um 5,5 Prozent, nach 5,2 Prozent im August und im Einklang mit der Medianprognose der Analysten.
Zweifel an den Daten und an der politischen Unterstützung
Westliche Ökonomen bleiben gegenüber den offiziellen Zahlen skeptisch. Die New York Times berichtete, Peking habe nach und nach die Veröffentlichung Tausender eng gefasster Datensätze eingestellt, die einst externe Kontrollen ermöglichten, und unabhängige Schätzungen des jüngsten Wachstums lägen in der Regel nur bei der Hälfte bis zwei Dritteln der offiziellen Werte. Auf Quartalssicht wuchs die Wirtschaft um 1,2 Prozent, was laut der Zeitung annualisiert etwa 4,9 Prozent ergäbe, hielte das Tempo an. Peking führte im September Stützmaßnahmen ein, darunter günstigere Kredite für einige Unternehmen und Subventionen für Hauskäufer. Der Druck aus den Vereinigten Staaten und der Europäischen Union wegen der Industrieexporte hält an, und es bleiben Zweifel, ob die hohen Ausgaben für KI-Infrastruktur die von den Unternehmen erwarteten Gewinne bringen.