Die Ankündigung
Miriam González, eine Anwältin und Vorsitzende der Partei Democracia 21, erklärte am Mittwoch, dem 14. Oktober 2026, dass Ciudadanos und die Unión de Ciudadanos Independientes (UCIN) sich ihrer Liste für die Parlamentswahl am 29. November anschließen werden. Sie machte die Ankündigung in einem in sozialen Netzwerken veröffentlichten Video, das sich vor allem an die Mitglieder von Ciudadanos richtete, die, wie sie sagte, von ihrer früheren Führung im Stich gelassen worden seien. Die gemeinsame Kandidatur trägt den Namen Democracia para el siglo XXI. Beide verbündeten Parteien treten nur in Madrid und Barcelona an, wo die Partei bessere Chancen auf Sitze sieht. Die Mitglieder von Ciudadanos erhielten in der Nacht zum Dienstag, dem 13. Oktober, eine E-Mail, in der sie über die Vereinbarung informiert wurden.
In dem Video schloss sie mit den Worten, das Projekt habe Platz für jeden, der mitarbeiten wolle:
Wichtig ist nicht, woher jeder Einzelne kommt, sondern wohin wir gemeinsam gehen.
Hintergrund und Gründung
Democracia 21 wurde am Samstag, dem 10. Oktober, im Veranstaltungsort Domo 360 in Madrid öffentlich vorgestellt. Die Angaben zur Teilnehmerzahl unterscheiden sich je nach Medium: El Mundo zählte mehr als 350 Personen bei der Vorstellung, während ABC unter Berufung auf die Organisation 700 nannte. Ehemalige Mitglieder von Unión, Progreso y Democracia (UPyD) waren bereits beigetreten, darunter der frühere Abgeordnete Rafael Calduch sowie die ehemaligen Europaabgeordneten Fernando Maura und Beatriz Becerra. Bei der Parlamentswahl am 23. Juli 2023 trat Ciudadanos nicht an, eine Entscheidung, die inmitten der internen Krise getroffen wurde. Im August hieß es, europäische Liberale erwögen eine Mitte-Liste mit González an der Spitze, ein Vorhaben, das sie in einem Interview weder bestätigte noch dementierte. Die von Pedro Sánchez angesetzte vorgezogene Wahl traf die neue Partei, bevor sie ein territoriales Netzwerk aufgebaut hatte, und die Marke Democracia 21 war erst im Sommer registriert worden.
Die Hürde der Unterstützungsunterschriften
Da die beteiligten Parteien über keine parlamentarische Vertretung verfügen, muss die Koalition die nach dem Wahlrecht erforderlichen Bürgererklärungen (avales) sammeln. Sie veranstaltet Straßenaktionen in Madrid und Barcelona und führt eine Kampagne für neue Mitglieder und finanzielle Unterstützung durch. González dankte zudem mehr als 30 Parteien in ganz Spanien, die, wie sie sagte, noch keine Vereinbarung formalisiert hätten, aber „alles geben“, damit das Projekt Erfolg habe. Die Frist für die Registrierung von Koalitionen bei der Junta Electoral Central läuft in etwas mehr als 48 Stunden ab, der bürokratische Aufwand ist also knapp.
Reaktionen
Albert Rivera, der frühere Vorsitzende von Ciudadanos, der heute als Fernsehkommentator arbeitet, trat bei Espejo Público mit Susana Griso auf und forderte die Wähler auf, sich auf regierungsfähige Parteien zu konzentrieren. Er sagte:
Jetzt ist der Moment, in dem die Stimme sicher sein muss, und wir können nicht aufs Spiel setzen.
Rivera sagte, 2023 hätten drei Sitze gefehlt, damit der Wechsel gelinge, und kritisierte die Regierung dafür, dass sie keinen Haushalt verabschieden könne, wobei er die vorgezogene Wahl mit jüngsten PSOE-Skandalen in Verbindung brachte. Die linke Gruppierung Frente Amplio beschrieb er als von einem Gerangel um Posten getrieben, ein Spiel, das bei den Bürgern Ablehnung erzeuge. Er fügte hinzu, niemand werde überrascht sein, wenn er sage, dass er nicht Pedro Sánchez wählen werde, doch wer auch immer gewinne, müsse zur Arbeit gedrängt werden.
Nächste Schritte
Die Koalition tritt nur in zwei Wahlkreisen an, ihr Ergebnis hängt also davon ab, die erforderlichen Unterstützungsunterschriften zu sammeln und in Madrid oder Barcelona Sitze zu gewinnen. Das Bündnis könnte auch bei künftigen Kommunal- und Europawahlen fortbestehen. Die folgende Zeitleiste zeigt den bisherigen Ablauf, von der Vorstellung am Samstag bis zur Wahl am 29. November.
- Democracia 21 wird öffentlich im Domo 360 in Madrid vorgestellt
- Mitglieder von Ciudadanos erhalten eine E-Mail mit Informationen über die Vereinbarung
- Miriam González kündigt in einem Video die Koalition mit Ciudadanos und UCIN an
- Parlamentswahl, bei der die Koalition nur in Madrid und Barcelona antritt
