Feuer am Ende eines Marsches gelegt
Limoges, eine Stadt mit 129.000 Einwohnern im Zentrum Frankreichs, erwachte am Sonntag mit einem ausgebrannten Rathaus. Das Feuer brach am Samstag, 17. Oktober, am späten Nachmittag aus, als eine Demonstration zu Ende ging. Die örtlichen Behörden erklären, das Gebäude sei von einer Gruppe maskierter Personen in Brand gesetzt worden, und beziffern die Zahl der Angreifer auf 800. Bürgermeister Guillaume Guérin, Mitglied der bürgerlich-konservativen Les Républicains, beschrieb eine Menge von mehreren Hundert Menschen, die Fenster einschlugen und einen Rammbock an der Haupttür einsetzten. Die Brandstiftung ereignete sich während einer Welle von Unruhen, die sich am selben Tag über mehrere französische Städte ausbreitete, im Umfeld von Protesten gegen die Lebenshaltungskosten und zur Verteidigung öffentlicher Dienste. Landesweit wurden rund 2.000 Menschen festgenommen, Randalierer griffen Regierungsgebäude und etwa 1.500 Geschäfte an.
- Eine Demonstration endet, und eine Gruppe maskierter Personen setzt das Rathaus in Brand.
- Die Flammen ergreifen das Dach, und der Uhrturm stürzt ein, berichten Augenzeugen.
- Mehr als hundert Menschen versammeln sich vor der Ruine.
- Nach Schätzung des Rathauses versammeln sich etwa 7.000 Menschen auf einem Platz, bevor sie in Richtung des Gebäudes marschieren.
Schäden an einem Gebäude aus dem 19. Jahrhundert
Das im Stil der Neorenaissance errichtete Rathaus wurde 1883 eingeweiht und orientierte sich am Pariser Rathaus. Sein zentraler Uhrturm und sein Glockenturm, die 43 Meter hoch aufragten, stürzten während des Brandes teilweise ein. Präfekt Maurice Barate erklärte, das Dach sei auf die darunterliegenden Stockwerke gestürzt und habe nur den Westflügel verschont; große Teile der Außenfassade seien zerstört. Die örtlichen Behörden erklärten, der alte Gebäudeteil sei im Inneren nahezu vollständig zerstört worden, einschließlich der Standesamtsdienste. Der moderne rückwärtige Flügel, in dem die Verwaltungsbüros untergebracht sind, blieb erhalten. Barate bezeichnete den Verlust als Katastrophe für das kulturelle Erbe.
Polizeistärke und Schuldzuweisungen
Guérin, sichtlich erschüttert, schilderte, wie die örtliche Polizei von der Menge rasch überwältigt wurde. Er nannte den Angriff vorsätzlich und gut organisiert. Er argumentierte, es seien zu wenige Beamte verfügbar gewesen, um das Gebäude zu schützen, weil nationale Polizeieinheiten zur Straßenprotestkundgebung geschickt worden seien, und erklärte, kein einziger Beamter der nationalen Polizei habe das Rathaus bewacht. Er sprach zudem davon, das Land befinde sich in einem sehr schlechten Zustand, und bezeichnete sich selbst als kleinen Provinzbürgermeister. Vor dem Sonntagsmarsch sagte Guérin, es hätten Amtsträger aller republikanischen Lager teilgenommen, mit Ausnahme derer von La France insoumise, die er weitgehend für das Chaos verantwortlich machte.
Menschenmengen, Vergleiche und Reaktionen
Am Sonntagnachmittag versammelten sich mehr als hundert Menschen vor der Ruine, einige schweigend, andere fotografierten das Skelett des Gebäudes. Augenzeugen verglichen die Szene mit dem Einsturz des Turms von Notre-Dame im Jahr 2019, während andere an den Reichstagsbrand von 1933 erinnerten, der dem Aufstieg der Nationalsozialisten vorausging. Guérin hat einen „Notre-Dame-Plan“ für den Wiederaufbau des Rathauses gefordert, doch die Berichterstattung beschreibt bislang nicht, was dieser Plan beinhalten würde. Am Abend versammelten sich nach Schätzung des Rathauses 7.000 Menschen auf einem Platz, bevor sie in Richtung des Gebäudes marschierten. US-Vizepräsident JD Vance verwendete Bilder des Feuers in einem Beitrag, in dem er westliche Progressive dafür verurteilte, die Dritte Welt nach Frankreich und in andere Länder zu importieren.