Wie die Revolte begann

Die Proteste begannen im September 2026 an einem Gymnasium in Créteil südöstlich von Paris wegen Personalmangels. Klassenzimmerstreiks, Blockaden und Demonstrationen breiteten sich anschließend auf weitere Pariser Vororte und auf kleinere Städte im ganzen Land aus. Die Schüler beschreiben unterfinanzierte Schulen mit baufälligen Gebäuden und zu wenig Personal, besonders in einkommensschwachen Vierteln. Manche berichten, dass sich die Klassenzimmer während der Hitzewellen im Sommer aufheizen und im Winter auskühlen, und dass Schultage von 8 bis 18 Uhr erschöpfend seien. Auch Studierende haben sich angeschlossen und kritisieren die Komplexität des Hochschulzugangssystems.

Wichtige datierte Ereignisse der französischen Schülerproteste
  1. Proteste beginnen an einem Gymnasium in Créteil wegen Personalmangels
  2. Etwa 150 vermummte Demonstranten versuchen laut Berichten, das Lycée Daguin in Mérignac zu erreichen; 15 Festnahmen
  3. Greta Thunberg trifft am Lycée Paul-Éluard in Saint-Denis ein
  4. Geplanter Pariser Marsch startet von der Place d'Italie in Richtung Les Invalides
  5. Geplante Proteste gegen die Lebenshaltungskosten, denen sich einige Schüler anschließen wollen

Festnahmen und Zusammenstöße

Die AP berichtet, dass die Polizei landesweit mehr als 6.600 Festnahmen vorgenommen hat – eine Zahl, die sie mit Stand der Woche vor ihrem Bericht vom 13. Oktober angibt und die sie als ungewöhnlich hoch für eine französische Protestbewegung bezeichnet. Bereitschaftspolizisten setzten Tränengas und Schlagstöcke gegen Menschenmengen ein, während Feuerwerkskörper auf die Beamten geworfen wurden. Am Montag, dem 12. Oktober, soll eine vermummte Gruppe von etwa 150 Personen am frühen Morgen versucht haben, sich dem Lycée Daguin in Mérignac bei Bordeaux zu nähern. Nach Angaben der Präfektur wurden nach den Zusammenstößen 15 Menschen festgenommen. Sud Ouest berichtete, dass fünf CRS-Bereitschaftspolizisten verletzt wurden, zwei von ihnen kamen ins Krankenhaus, und die Schule wurde gegen 8 Uhr evakuiert.

Der ehemalige Gendarmeriegeneral Richard Caminade, Spezialist für öffentliche Ordnung, sagte, seit Beginn der Bewegung seien mehr als 700 Polizeibeamte verletzt worden. Er fügte hinzu, dass online geteilte Aufnahmen Ereignisse ohne den Kontext des Vorangegangenen zeigten.

Jemanden zu verletzen liegt nicht in der DNA von Polizeibeamten oder Gendarmen.

— Richard Caminade

Thunberg in Saint-Denis

Die 23-jährige Greta Thunberg traf am Dienstag, dem 13. Oktober, gegen 8.30 Uhr am Lycée Paul-Éluard in Saint-Denis ein, wo sich mehr als hundert junge Menschen versammelt hatten. Sie sagte vor Reportern, junge Menschen würden nicht in die Diskussionen einbezogen und die Schulen erhielten nicht die Investitionen, die sie brauchten. Sie sagte, die Bewegung dürfe nicht aufgeben, und sie sei extrem stolz auf die französischen Schüler. Anwesende Schüler sagten, ihr Besuch habe das Département Seine-Saint-Denis in den Mittelpunkt gerückt. Auch Juristen in Roben standen vor der Schule, um das zu verurteilen, was sie Polizeigewalt nannten.

Reaktion der Regierung

Bildungsminister Édouard Geffray sagte, am 13. Oktober seien etwa 200 Schulen geschlossen worden. Er sagte, Gymnasiasten könnten sich weiterhin durch Protest äußern, forderte sie aber alle auf, in den Unterricht zurückzukehren. Eine Online-Konsultation für Gymnasiasten erhielt etwa 86.000 Beiträge, von denen fast drei Viertel überlastete Stundenpläne ansprachen und die Hälfte die Schulinfrastruktur betraf. Die Regierung hat zugesagt, den am stärksten betroffenen Gymnasien dringend 3.000 Vertretungslehrkräfte zuzuweisen. Am 11. Oktober sagte Premierminister Sébastien Lecornu auf X, einige Vorschläge aus der Konsultation würden in Änderungsanträge zum Haushaltsentwurf 2027 aufgenommen, über den das Parlament bereits berät. In Marseille öffnete Bürgermeister Benoît Payan die Rathäuser für Demonstranten, damit sie sich friedlich treffen und organisieren konnten.

Das größere Bild

Die AP schreibt, die Proteste beeinflussten den französischen Präsidentschaftswahlkampf und seien die jüngste Herausforderung für Präsident Emmanuel Macron. Der jüngste PISA-Bericht zeigte, dass die Leistungen im Leseverständnis und in Mathematik eingebrochen sind, was die allgemeine Sorge über das Bildungssystem verstärkt. Die Bewegung hat laut SIC Notícias bereits ähnliche Proteste in Belgien und Italien inspiriert. Einige Demonstranten hoffen, sich mit den für Samstag, den 17. Oktober, geplanten Protesten gegen die Lebenshaltungskosten zu verbinden.