Was geschah

Ein Drohnenangriff traf al-Dibab, eine Stadt in West-Kordofan im Süden des Sudan, am Abend des Sonntags, 18. Oktober, wie eine medizinische Quelle und ein von AFP befragter Zeuge berichteten. Der Angriff erfolgte in der Nähe eines Marktes, wo sich Menschen versammelt hatten, um nach dem Ende des Handels Lastwagen nach Hause zu besteigen. Rund 80 Menschen wurden getötet, die meisten von ihnen Zivilisten, die auf einen Transport gewartet hatten. Der Zeuge sagte, er habe geholfen, 50 Menschen zu begraben, darunter seinen eigenen Bruder. Er sagte AFP, der Angriff sei in zwei Phasen im Abstand von etwa zehn Minuten an einem Sammelpunkt erfolgt, an dem sich Menschen versammeln, um in ihre Dörfer zurückzukehren.

Opfer und Verletzte

Weitere 47 Verletzte wurden in eine Nachbarstadt gebracht, die italienische Berichte als Al-Mujlad bezeichnen, und eine medizinische Quelle sagte, 30 von ihnen seien später an ihren Verletzungen gestorben. Diese Zahlen wurden am Montag, 19. Oktober, gemeldet, und die Bilanz kann sich noch ändern, wenn weitere Informationen vorliegen. Die bisher gemeldeten Zahlen sind in der folgenden Grafik dargestellt.

Gemeldete Opfer des Drohnenangriffs in al-Dibab (Menschen)
Gemeldete Tote laut medizinischer Quelle und Zeugen80Vom Zeugen begrabene Leichname50In die Nachbarstadt gebrachte Verletzte47In der Nachbarstadt an ihren Verletzungen gestorben30

Für den gesamten Krieg gibt es keine genauen Zahlen. Helfer schätzen, dass seit Beginn mehr als 200.000 Menschen getötet wurden und dass mehr als 12 Millionen Sudanesen aus ihren Häusern vertrieben wurden. Die UN beziffert die Zahl der Vertriebenen unter Berufung auf eigene Daten auf etwa 14 Millionen.

Ein zweiter Angriff bei Khartum

Ein separater Drohnenangriff nahe dem Flughafen von Khartum tötete nach Angaben einer medizinischen Quelle vier Menschen, darunter drei Kinder im Alter von zwei bis sechs Jahren. Eine Quelle aus der Gerichtsmedizin beschrieb vier Leichen, drei davon Kinder und eine ein Mann, die nach einem Drohnenangriff auf ein Haus im Viertel Nasser Extension, direkt östlich des Flughafens, am Morgen des Montags, 19. Oktober, eingeliefert wurden. Eine Armeequelle sagte, ihre Luftabwehr habe Drohnen abgeschossen, die von den RSF-Milizen gestartet worden seien und den Flughafen und die Umgebung zum Ziel gehabt hätten.

Schuldzuweisungen und Kontrolle

Al-Dibab wird von der RSF gehalten, und die von der Miliz eingerichtete Verwaltung machte Regierungstruppen für den Angriff verantwortlich. Der politische Arm der RSF, die Koalition Tasis, beschuldigte ebenfalls die Armee. Beide Seiten setzen den Berichten zufolge regelmäßig Drohnen ein. Ein Drohnenangriff in Nyala am selben Wochenende tötete ebenfalls Dutzende Menschen und wurde ebenfalls der Regierungsarmee zugeschrieben.

Der größere Krieg

Der Konflikt zwischen Armee und RSF begann im April 2023. Die UN erklären, Drohnen seien inzwischen die häufigste Ursache für zivile Todesfälle in dem Krieg, und bezeichnen ihn als die größte humanitäre Krise der Welt. Die Schätzungen zur Zahl der Todesopfer gehen weit auseinander. Helfer nennen mehr als 200.000, während eine Schätzung der New York Times aus dem Jahr 2025 von mehreren Zehntausend bis zu mehr als 100.000 Menschen reichte.