Neue Befugnisse für Busfahrgäste
Kommunale Verkehrsbehörden in England können nun eigene Regeln für Busse erlassen und durchsetzen, darunter feste Bußgelder von bis zu 100 Pfund für Fahrgäste, die Musik oder Videos ohne Kopfhörer laut abspielen. Die Leitlinien der Regierung für die Räte erfassen auch Dampfen, Müllablagerung und bedrohliches Verhalten, und sie erlauben Bußgelder, wenn Fahrgäste sich nach einer Aufforderung weigern, ihr störendes Verhalten zu beenden. Die Befugnisse stammen aus dem Bus Services Act 2025. Etwaige lokale Regeln müssen vom Verkehrsminister genehmigt werden. Vertreter betonten, dass Busfahrer die Bußgelder nicht durchsetzen sollen; dies obliegt stattdessen Verkehrssicherheitsbeamten oder Polizeibeamten.
Bußgelder im Bahnverkehr und die nationale Kampagne
Bahnfahrgäste trifft eine härtere Sanktion. Wer sich weigert aufzuhören, nachdem autorisierte Bahnbeamte ihn dazu aufgefordert haben, kann mit einem Bußgeld von bis zu 1.000 Pfund belegt werden, und Fahrgäste im Zug können zudem dazu angehalten werden, ihr Verhalten zu bessern. Betreiber im Schienennetz können für vergleichbares Verhalten bereits Sanktionen von bis zu 1.000 Pfund verhängen.
Die Kampagne der Regierung mit dem Slogan „share the carriage, not the noise“ (Teile das Abteil, nicht den Lärm) startet am Montag, 19. Oktober. Sie fordert Fahrgäste auf, Kopfhörer zu benutzen, Telefonate über den Lautsprecher zu vermeiden und Videos leise anzuschauen. Die Kampagne läuft bei staatseigenen Betreibern und vertraglich gebundenen Diensten, darunter Great Western Railway, East Midlands Railway, Avanti West Coast und CrossCountry.
Politische Reaktionen
Premierminister Andy Burnham stellte die Maßnahmen als einfache Veränderung dar, die Reisen für alle angenehmer macht. In einer Erklärung sagte er:
Wir saßen alle schon im Zug, wenn jemand anfängt, Musik oder Videos laut über sein Handy abzuspielen. Das geht einem auf die Nerven und kann die Fahrt schnell verderben.
Verkehrsministerin Heidi Alexander rahmte das Thema als Frage der Rücksichtnahme auf andere Fahrgäste ein und sagte:
Selbst kleine Verhaltensänderungen können einen enormen Unterschied für die Erfahrung der Menschen im öffentlichen Nahverkehr machen.
Sharon Graham, Generalsekretärin der Gewerkschaft Unite, nannte die Maßnahmen „gut gemeint“, aber „völlig unzureichend“. Ben Plowden, Vorstandsvorsitzender der Campaign for Better Transport, warnte, antisoziales Verhalten könne Menschen davon abschrecken, öffentliche Verkehrsmittel zu nutzen, und sagte:
Wenn diese neuen Befugnisse ordentlich und sichtbar durchgesetzt werden, sollten sie allen helfen, sich im öffentlichen Nahverkehr sicher und wohl zu fühlen und die Fahrt zu genießen.
Londons Bürgermeister Sadiq Khan führte im Sommer eine Kampagne durch, die Fahrgäste zu „travel kind“ (freundlich reisen) aufforderte, unter anderem durch das Tragen von Kopfhörern. Die Liberal Democrats haben Bußgelder von 1.000 Pfund sowohl für Bus- als auch für Bahnfahrgäste gefordert.
Fragen zur Durchsetzung
Die größte Sorge anderer Parteien und Kampagnengruppen gilt der Frage, wie die Regeln durchgesetzt werden sollen, ohne zusätzliche Verkehrssicherheitsbeamte zu finanzieren. Die Durchsetzung hängt daher von Beamten und nicht von Fahrern ab. Zudem ist unklar, wie die neuen Befugnisse auf Dienste von Transport for London anzuwenden wären, obwohl Londons Busnetz täglich Millionen Fahrgäste befördert.
Wie es weitergeht
Die kommunalen Behörden müssen eigene Regeln ausarbeiten, und diese Regeln benötigen die Genehmigung der Verkehrsministerin. Das Verkehrsministerium veröffentlichte seine Leitlinien am Montag, 19. Oktober, und die Kampagne startet am selben Tag. Weitere Ankündigungen zu staatseigenen Schienennetzen sollen ausgestrahlt werden.