Königspaar erreicht Melilla unter großem Andrang

Felipe VI. und Königin Letizia landeten am Mittwoch, dem 14. Oktober, um 11:44 Uhr auf dem Flughafen von Melilla, nachdem sie die Nacht in Ceuta verbracht hatten – eine Premiere in der demokratischen Ära. Tausende Einwohner versammelten sich auf der Plaza de España, schwenkten spanische und Melilla-Flaggen und skandierten „Yo soy español, español, español“, als das Paar kurz nach 12:00 Uhr eintraf. Es war ihr erster Besuch in Melilla seit der Thronbesteigung von Felipe VI. im Jahr 2014, und er folgte auf den Halt in Ceuta am Dienstag, dem 13. Oktober. Inklusions-, Sozialversicherungs- und Migrationsministerin Elma Saiz reiste mit dem Königspaar, während die Regierungsdelegierte Sabrina Moh Abdelkader bei der Ankunft laut ausgebuht wurde.

Königlicher Besuch in Melilla am 14. Oktober 2026
  1. Das Königspaar landet auf dem Flughafen von Melilla
  2. Das Königspaar erreicht die Plaza de España, empfangen von Tausenden
  3. Besuch der öffentlichen Schule Pintor Eduardo Morillas
  4. Abschlussakt im Hotel Melilla Puerto vor rund 400 Menschen

Stadtschlüssel und ein Souveränitätsbekenntnis

Im Salón Dorado der Stadtversammlung überreichte Juan José Imbroda Felipe VI. die Schlüssel der Stadt und sagte, mit dem königlichen Besuch beginne ein neues Melilla. Er sagte den Monarchen, der Besuch bringe Vertrauen, Gewissheit und Hoffnung für die Zukunft der Stadt, und dies sei ein Wunsch, den die Einwohner teilten. Imbroda verwies auf die Verbundenheit der Stadt mit Spanien und erinnerte an die Ankunft von Pedro de Estopiñán am 17. September 1497; zudem verwies er auf eine jüngste Resolution des Europäischen Parlaments, die nach seinen Worten den spanischen und europäischen Charakter der Stadt bekräftigt. Er lobte auch das religiöse Zusammenleben und sprach von den muslimischen, christlichen und jüdischen Wurzeln, die sich in der Hymne der Stadt widerspiegelten. Mit einem Zitat von Martin Luther King wandte er sich an den König:

Ich hatte einen Traum, der heute wahr geworden ist.

— Juan José Imbroda

Felipe VI. zu Souveränität und EU-Grenze

Beim Abschlussakt im Hotel Melilla Puerto vor rund 400 Menschen beharrte Felipe VI. auf dem Status der Stadt mit einer Aussage, die keinen Zweifel ließ:

Auch wenn es offensichtlich ist, ist es wichtig, es zu bekräftigen: Melilla ist Spanien, und Melilla ist Europa.

— Felipe VI.

Er bezeichnete die Grenze von Melilla als eine Grenze der Union und sagte, Bedrohungen der Grenze eines jeden Mitgliedstaats bedrohten auch die EU als Ganzes:

Jede Bedrohung der Grenze eines Mitgliedstaats ist daher eine Bedrohung der EU als Ganzes.

— Felipe VI.

Der König sagte, Spanien sei bereit, seine Werte und Freiheiten zu verteidigen, und er mahnte, Rechtsstaatlichkeit und Menschenwürde nicht mit Schwäche zu verwechseln. Er räumte die Verunsicherung unter den Einwohnern ein und sagte, der königliche Besuch habe ihn bewegt. Zudem rief er Madrid und Rabat dazu auf, gute nachbarschaftliche Beziehungen auf der Grundlage von Vertrauen, Verantwortung und gutem Glauben aufzubauen und zu bewahren – eine Botschaft, die vor dem Hintergrund diplomatischer Spannungen zwischen beiden Hauptstädten übermittelt wurde.

Schulbesuch und der Hintergrund von Ceuta

Am Nachmittag besuchte das Paar die öffentliche Schule Pintor Eduardo Morillas in einem dicht besiedelten Wohnviertel. Die Schule hat mehr als 900 Schülerinnen und Schüler, 79 Lehrkräfte, zwölf frühkindliche Gruppen und 27 Grundschulgruppen und ist seit 25 Jahren bilingual. Zu ihren Klassenräumen gehört ein Projekt für Schülerinnen und Schüler mit Autismus-Spektrum-Störung, das sich das Königspaar vor Ort ansah. Während des etwa einstündigen Weges zum Eingang nahm die Königin ein Baby auf die Arme, und CHANCE berichtete, sie habe wegen der hohen Temperaturen ihren rosa Blazer abgelegt und einen Fächer von einer Anwohnerin angenommen.

Dem Besuch vorausgegangen war eine Migrationskrise in Ceuta und Melilla, als es zu einem massenhaften Zuzug von Menschen aus Marokko kam. Ein Bericht datiert den Zuzug auf den 30. Juli, ein anderer auf den 31. Juli, und CHANCE bezifferte die Zahl der Migranten auf mehr als 60.000. Europa Press beschrieb den Besuch als zwei Monate nach der Krise stattfindend, während ein anderer Artikel den Abstand mit zweieinhalb Monaten angab.