Kundgebung und öffentlicher Auftritt
Pedro Sánchez betrat am Samstag, dem 17. Oktober 2026, Hand in Hand mit seiner Ehefrau Begoña Gómez die PSOE-Kundgebung in Fuenlabrada. Auf der Bühne umarmte sie ihn und küsste ihn auf den Mund – ein Moment, der Applaus im Centro de Arte Tomás y Valiente auslöste. Gómez war seit dem 41. Bundesparteitag in Sevilla im Dezember 2024 nicht mehr bei einer Parteiveranstaltung aufgetreten, zuvor allerdings Monate zuvor überraschend bei einer Kundgebung in Benalmádena in Málaga erschienen. Die Veranstaltung markierte den Beginn des Vorwahlkampfs für die für den 29. November angesetzte Parlamentswahl.
In seiner Rede wandte sich Sánchez direkt an seine Frau.
Heute ist Begoña bei mir. Danke, dass du meine Frau, die Mutter meiner Töchter und meine Partnerin bist.
Er fuhr fort, das Paar sei auf jede erdenkliche Weise angegriffen worden, die Versuche hätten sich ins Gegenteil verkehrt, und sie seien stärker und geeinter denn je. Er trug ein rotes T-Shirt mit dem Slogan „Die Stärke des Volkes“.
Der Prozess, der Gómez erwartet
Am 21. September 2026 ordnete Richter Juan Carlos Peinado an, dass Gómez sich wegen des Vorwurfs des Einflusseshandels und der Veruntreuung vor einem Geschworenengericht verantworten muss. Die Ermittlungen hatten fast zweieinhalb Jahre gedauert, und sowohl Minister Félix Bolaños als auch Sánchez selbst hatten als Zeugen ausgesagt. Die Staatsanwaltschaft beantragte ihren Freispruch mit dem Argument, die Fakten stellten keine Straftat dar. Die PSOE verteidigt ihre Unschuld und bezeichnet den Fall als politisch. Gómez soll innerhalb von Monaten auf der Anklagebank sitzen; noch steht der Prozess aus.
- Gómez nimmt am 41. Bundesparteitag der PSOE in Sevilla teil, ihrem letzten Parteiauftritt vor dieser Kundgebung
- Richter Juan Carlos Peinado ordnet das Hauptverfahren vor einem Geschworenengericht an
- Sánchez und Gómez treten gemeinsam bei der Kundgebung in Fuenlabrada auf
Parteispitze und Reden
Bereits am Samstag zuvor hatte der Bundesvorstand der Partei Sánchez einstimmig als Kandidaten für das Amt des Ministerpräsidenten proklamiert und die Listen für Kongress und Senat ratifiziert. Die Partei benannte zudem Rebeca Torró als Sprecherin, nachdem Montse Mínguez im Zuge der Kontroverse um die Affäre „30 pisos“ zurückgetreten war. Óscar López, Vorsitzender der Madrider Sozialisten, begrüßte Gómez von der Bühne aus und sagte ihr, sie sei hier zu Hause. López erklärte anschließend, die Partei habe zwei Ziele: Sánchez in der Moncloa zu halten und dann Sol zu gewinnen – die Madrider Regionalpräsidentschaft, die die PP seit vier Jahrzehnten innehat.
Nahezu alle regionalen Parteivorsitzenden nahmen teil. Emiliano García-Page aus Kastilien-La Mancha blieb fern, verärgert darüber, dass der Bundesvorstand keine Redebeiträge vorsah, und Salvador Illa kam wegen Regenwarnungen in Katalonien nicht.
Größe der Menge
Das Centro de Arte Tomás y Valiente mit einer Kapazität von etwa 1.500 Personen war fast eine Stunde vor Beginn der Veranstaltung voll, und mehr als 1.500 Menschen versammelten sich zur Kundgebung. Mindestens 500 weitere Mitglieder und Anhänger blieben draußen. Fuenlabrada, eine Stadt südlich von Madrid mit 190.000 Einwohnern, wird von Bürgermeister Javier Ayala regiert, der dem Bundesvorstand der PSOE angehört und im Stadtrat über eine absolute Mehrheit verfügt.