Anklage und erste Gerichtsverhandlung
Die Polizei in London teilte am Donnerstag mit, sie habe Teddy Young, ein 24-jähriges Mitglied der Royal Navy, in zwei Fällen nach dem National Security Act angeklagt. Die Anklagepunkte betreffen den mutmaßlichen Erwerb geschützter Informationen und die Vorbereitung, diese zum Nutzen einer ausländischen Macht weiterzugeben; die Polizei nannte diese Macht nicht. Young erschien am Donnerstag vor dem Westminster Magistrates' Court, wo die Verhandlung vier Minuten dauerte. Richterin Annabel Pilling ordnete an, dass er in Haft bleibt, und verwies den Fall an den Old Bailey, den Central Criminal Court, wo er am 16. Oktober erscheinen soll. Er wurde nicht aufgefordert, sich schuldig oder nicht schuldig zu bekennen. Young ist das erste Mitglied der britischen Streitkräfte, das nach dem National Security Act 2023 angeklagt wurde.
Festnahme und der mutmaßliche Sachverhalt
Die Polizei nahm Young am Dienstag in seinem Haus in Bedfordshire nördlich von London fest. Er war bereits einmal im Zusammenhang mit derselben Sache festgehalten, dann freigelassen und in den inaktiven Dienst versetzt worden. Die Terrorismusbekämpfungseinheit der Polizei hatte ihn erstmals im vergangenen Jahr festgenommen. Young trat im April 2024 in die Royal Navy ein und wurde im November desselben Jahres erstmals auf ein Schiff versetzt, wo seine Aufgabe darin bestand, Aufklärungsinformationen für die Kriegsführung zu sammeln. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, geheime Informationen, auf die er Zugriff hatte, in ein privates E-Mail-Konto kopiert, eine Nachricht ins Russische übersetzt und im Darknet nach einer Adresse gesucht zu haben, über die Informationen an Russland übermittelt werden könnten. Der mutmaßliche Sachverhalt umfasst den Zeitraum vom 26. November 2024 bis zum 21. Mai 2025.
- Beginn des von der Anklage erfassten Zeitraums
- Ende des von der Anklage erfassten Zeitraums
- Young wird in seinem Haus in Bedfordshire festgenommen
- Anklage in zwei Fällen und Untersuchungshaft vor dem Westminster Magistrates' Court
- Geplantes Erscheinen vor dem Old Bailey
Russland und die Ermittlungen zu Fairford
Die Polizei hat die ausländische Macht nicht genannt, doch die Anklagepunkte sollen die Übersetzung einer Nachricht ins Russische umfassen, und mehrere Berichte nennen Russland als vorgesehenen Empfänger. Die Polizei erklärte, die beiden Anklagepunkte stünden nicht im Zusammenhang mit den Ermittlungen zu einem Vorfall auf dem Stützpunkt RAF Fairford, bei dem es nach Angaben von US-Vertretern um einen möglichen iranischen Drohnenangriff ging. Berichten zufolge folgte dieser Vorfall auf Meldungen über verdächtige Aktivitäten in der Nähe des Stützpunkts und führte zu mehreren Festnahmen. Ein Bericht zählt sechs weitere festgenommene Männer, ein anderer insgesamt sieben; alle sind inzwischen freigelassen worden. Die Ermittlungen zu Fairford dauern an, neue Informationen dazu liegen bislang nicht vor.
Reaktion des Verteidigungsministeriums und der Royal Navy
Commander Helen Flanagan, Leiterin der Counter Terrorism Policing London, gab eine Erklärung zu dem Fall ab.
Dies sind sehr schwerwiegende Anklagepunkte gegen ein aktives Mitglied der Streitkräfte.
Flanagan erklärte zudem, die Polizei habe im Zuge der Ermittlungen eng mit dem Verteidigungsministerium zusammengearbeitet.
Wir haben im Zuge unserer Ermittlungen äußerst eng mit den zuständigen operativen Kollegen im Verteidigungsministerium zusammengearbeitet, um sicherzustellen, dass geeignete Maßnahmen ergriffen werden konnten, um mögliche Risiken im Zusammenhang mit dieser Sache zu mindern.
Die Royal Navy bestätigte, dass eines ihrer Mitglieder angeklagt worden sei. Sie erklärte, weitere Kommentare seien unangemessen, da das Gerichtsverfahren noch laufe. Die Ermittlungen werden von der Terrorismusbekämpfungseinheit der Londoner Polizei geführt.