Ein geschützter Raum, mit Bedingungen
Präsident Donald Trump hat am Donnerstag, 5. November 2026, eine Proklamation unterzeichnet, mit der das Oval Office des Weißen Hauses zum Nationaldenkmal erklärt wird. Berichten zufolge umfasst die Ausweisung auch den angrenzenden Kabinettsraum. Die Unterzeichnung erfolgte zwei Tage, nachdem die Republikaner bei den Zwischenwahlen schwere Verluste erlitten hatten. Erklärtes Ziel ist es, die historische Bausubstanz des Raums vor substanziellen Veränderungen durch künftige Präsidenten zu schützen. Das Innenministerium ist mit dem Schutz des Präsidialbüros beauftragt und muss Prüfungen durchführen, bevor es zu einem Eingriff kommt, der die Struktur oder den architektonischen Charakter erheblich verändern könnte.
Trump fasste die Anordnung bei der Unterzeichnung drastisch zusammen.
Niemand wird es anfassen, zerstören oder abreißen dürfen, um etwas von leicht anderer Form zu bauen.
Trump sagte zudem, die Anordnung mache die Räume für alle Ewigkeit zu einem Wahrzeichen, und wer anfange, Wände einzureißen, dem werde man es sagen, und er werde ins Weiße Haus zurückkehren, um es zu stoppen. Er argumentierte, der Schritt mache es künftigen Präsidenten theoretisch unmöglich, den Raum ohne Zustimmung des Kongresses radikal umzubauen. Er beschrieb das Oval Office als Symbol des Landes und seiner Größe.
Was die Anordnung offenlässt
Die Proklamation hindert Nachfolger nicht daran, Möbel und Dekoration des Oval Office zu verändern. Trump hat den Raum selbst mit zahlreichen vergoldeten Details, Porträts und anderen Zierelementen ausgestattet. Auf die Frage, ob die Dutzenden von Goldverzierungen, die er eingeführt hat, später entfernt werden könnten, sagte er, Nachfolger "können machen, was sie wollen", solange sie darauf achteten, das Erscheinungsbild des Raums nicht zu verderben. Das Dokument selbst enthält keine Einschränkung der Befugnis des Präsidenten, das Denkmal umzugestalten, solange dessen historische Substanz und architektonischer Charakter nicht wesentlich beeinträchtigt werden. Trump sagte außerdem, im Kabinettsraum seien unter anderem die Kronleuchter erneuert worden.
Zweifel an der rechtlichen Wirkung
Die rechtliche Wirkung der Anordnung bleibt unklar, und in deutschsprachigen Medien heißt es, künftige Präsidenten seien nicht daran gehindert, den Raum neu zu dekorieren. Unbekannt ist auch, ob ein Nachfolger die Proklamation widerrufen könnte. Trump hat selbst frühere Maßnahmen seiner Vorgänger zurückgenommen. Er verkleinerte das Nationaldenkmal Bears Ears drastisch, um das Land für Ölbohrungen und Kohleabbau zu öffnen, und machte damit eine Maßnahme von Joe Biden rückgängig.
Weitere Projekte am Weißen Haus und in Washington
Trump treibt weitere Baupläne voran. Er ließ den Ostflügel abreißen, um Platz für einen neuen Ballsaal zu schaffen, und Denkmalschützer fechten das Projekt vor Gericht an, obwohl die Bauarbeiten vorerst weiterlaufen dürfen. Ein Richter setzte am Donnerstag, 5. November, die Arbeiten an einem rund 76 Meter hohen Triumphbogen in Washington für zwei Wochen aus, während die Rechtmäßigkeit des Projekts geprüft wird. Trump will den Bogen weiterverfolgen. Der frühere Präsident Barack Obama hat die Umgestaltung verspottet und ihren prunkvollen Luxus mit den Palästen Saddam Husseins verglichen.
