Termine und Umfang

Die NATO hält ihre jährliche Atomübung Steadfast Noon in Italien ab, an der 17 Mitgliedstaaten teilnehmen. Die Angaben zum Beginn weichen voneinander ab: Reuters nennt den 13. Oktober, RMF24 den 12. Oktober; die Übung soll bis zum 23. Oktober dauern. Die Teilnahme rotiert jedes Jahr unter den Verbündeten. Italien war bereits sechsmal Gastgeber der Übung – 2010, 2013, 2014, 2018, 2021 und 2023. Adnkronos berichtet, dass das diesjährige Manöver auf Luftwaffenstützpunkten in Norditalien stattfinden wird.

Zeitplan von Steadfast Noon und damit verbundene Termine
  1. NATO-Manöver nahe der Exklave Kaliningrad
  2. NATO-Generalsekretär Mark Rutte kritisiert den russischen Brief öffentlich
  3. Italienisches Verteidigungsministerium kündigt die Übung an
  4. Von Reuters genanntes Startdatum der Übung, während RMF24 den 12. Oktober angibt
  5. Geplantes Ende der Übung

Was die Übung umfasst

Die Übung reicht von simulierten Alarmierungen bis zu Live-Flugmanövern, wie David Bull, der Leiter der NATO-Nukleareinsätze, erklärte. Die Beteiligung sei ähnlich wie in den Vorjahren. Es nehmen dual einsatzfähige Flugzeuge teil, die Atomwaffen tragen können, sowie Bodenpersonal, das die Maschinen belädt, betankt und wartet. Die Übung wird ohne echte Atomwaffen durchgeführt. Der Generalstab der italienischen Luftwaffe erklärt, die Übung sei im Voraus geplant und nicht an eine bestimmte Krise gebunden; ihr Zweck sei es, Verfahren, Koordination und Sicherheitsstandards unter den verbündeten Streitkräften zu überprüfen.

Die Botschaft der NATO an Moskau

NATO-Vertreter haben betont, die Übung sei vorhersehbar und routinemäßig. Nassima Barrows, die Direktorin der NATO für Nuklearpolitik, sagte vor Journalisten, die Übung sei ein klares Signal an Russland.

Wir führen diese Übungen jedes Jahr durch, und sie sind ein klares Signal an Länder wie Russland, dass kein Grund zur Besorgnis besteht. Es sind vorhersehbare Manöver, und es gibt keine Grundlage für Fehleinschätzungen.

— Nassima Barrows

Ein hochrangiger NATO-Vertreter sagte, das Bündnis wolle Ruhe bewahren und weiter versuchen, die Spannungen abzubauen, warf russischen Vertretern jedoch vor, die Atmosphäre weiter anzuheizen. Die NATO betont zudem, sie bleibe dialogbereit.

Kaliningrad und der Brief aus Moskau

Die Übung findet vor dem Hintergrund von Spannungen statt, nachdem die NATO im August Manöver nahe der russischen Exklave Kaliningrad abgehalten hatte. Moskau sandte daraufhin einen Brief an die NATO, in dem es Angriffe auf verbündetes Territorium androhte und auf sein Atomarsenal verwies. In einem an die NATO gerichteten Dokument, das Reuters vorliegt, beschuldigte Moskau das Bündnis eines "gefährlichen und rücksichtslosen Kurses", der "hohe Risiken für den Ausbruch eines direkten bewaffneten Konflikts" berge. Russland hat zudem gewarnt, es sei bereit, zu Atomwaffen zu greifen, falls das Bündnis versuche, Kaliningrad abzuschneiden. NATO-Generalsekretär Mark Rutte kritisierte die Wortwahl des Briefes in der vergangenen Woche. Die russische Botschaft in Belgien reagierte zunächst nicht auf eine Bitte um Stellungnahme. Europäische Länder werfen Russland Sabotage und die Intensivierung hybrider Angriffe auf dem Kontinent vor.

Reaktion in Italien

Leonardo Tricarico, ehemaliger Generalstabschef der italienischen Luftwaffe und heute Präsident der Icsa-Stiftung, sagte gegenüber Adnkronos, die Übung wirke wie eine Warnung an Putin hinsichtlich der Bereitschaft der NATO. Er stellte infrage, ob dies der richtige Ansatz sei.

Alles deutet darauf hin, dass Letzteres die richtige Einschätzung ist, und es bestand sicherlich keine Notwendigkeit dafür.

— Leonardo Tricarico

Tricarico argumentierte, die Kommunikationslinie des Bündnisses unterscheide sich von der seiner Mitgliedstaaten und sei wahrscheinlich nicht mit den Verbündeten abgestimmt gewesen. Er fügte hinzu, die Konsultation unter den Mitgliedern, die Artikel 4 des Vertrags vorsehe, sei offensichtlich nicht befolgt worden.