Ein Marsch von Atocha zur Puerta del Sol

Am Samstag, 24. Oktober, zogen Tausende Rentnerinnen und Rentner durch das Zentrum Madrids, von Atocha zur Calle de Alcalá und weiter in Richtung Puerta del Sol. Der Marsch war von der Coordinadora Estatal por la Defensa del Sistema Público de Pensiones (Coespe) ausgerufen worden, und die Confederación de Sindicatos de Inquilinas, ein Mietergewerkschaftsbund, schloss sich ihm an. LaSexta nannte 12:00 Uhr als Startzeit. Die Teilnehmenden kamen aus verschiedenen Regionen Spaniens, einige von ihnen reisten am frühen Morgen mit dem Zug an. Die Route endete nahe dem Wohnungsprotestcamp an der Puerta del Sol, wo Demonstrierende bezahlbaren Wohnraum fordern.

Der Protest verknüpfte Renten mit Löhnen und Wohnen und argumentierte, die steigenden Lebenshaltungskosten zehrten an den Haushaltseinkommen. Auf Transparenten standen „Subida de salarios y pensiones con IPC real“ und „Blindar pensiones públicas“ – die Forderung nach einer an der realen Inflation ausgerichteten Rentenanpassung und nach Schutz der öffentlichen Renten.

Teilnehmerzahlen gehen auseinander

Die Regierungsdelegation in Madrid zählte 25.000 Menschen, die Veranstalter sprachen von 50.000 Teilnehmenden. LaSexta nannte 40.000 als Zahl der Veranstalter, sodass die drei Angaben weiterhin unvereinbar bleiben und jede ihrer Quelle zugeordnet wird. Damián Rodríguez, nationaler Sprecher von Coespe, äußerte sich besorgt über die Zukunft der Renten vor der Parlamentswahl am 29. November.

Die Renten sind jeden Tag weniger wert im Vergleich zu den Lebenshaltungskosten, und das zeigt sich in unseren Wohnungen.

— Damián Rodríguez
Teilnehmerschätzungen nach Quelle beim Marsch am 24. Oktober (Personen)
Regierungsdelegation in Madrid25.000Veranstalter (Coespe)50.000

Renten, Inflation und Mindestrente

Die Demonstrierenden fordern eine Rentenerhöhung um 6 % für 2027, eine Anpassung an den realen Verbraucherpreisindex (IPC) und eine Mindestrente in Höhe des Netto-SMI, der bei 1.221 Euro im Monat liegt. Das Gesetz knüpft die jährliche Anpassung an den durchschnittlichen CPI der vorangegangenen zwölf Monate, die Erhöhung wird jedoch im Januar angewandt, und die Inflation liegt bei 4,9 %. Der Bericht von El Confidencial stellte fest, dass 51,3 % der Bezieher mit ihrer Rente nicht bis zum Monatsende über die Runden kommen. Coespe will zudem die Ausgleichszahlung zum Jahresende wiederhergestellt sehen und eine ausstehende Prüfung der Sozialversicherungskonten durchgeführt wissen.

Die Organisation fordert außerdem ein Ende der Abschläge für Frührentner mit mehr als 40 Beitragsjahren, eine Gruppe, die sie auf 900.000 Menschen schätzt. Encarna González, Sprecherin von Coespe und 75-jährige ehemalige städtische Angestellte aus Málaga, erläuterte die Forderung und die grundsätzliche Begründung des Systems.

Wenn wir dieses Rentensystem verteidigen, verteidigen wir die Zukunft.

— Encarna González

Die Renten im Wahlkampf

Ada Colau, ehemalige Bürgermeisterin von Barcelona und Kandidatin der Koalition Frente Amplio für das Amt des Regierungspräsidenten, sagte, 4,6 Millionen Rentner erhielten weniger als den SMI und 2 Millionen von ihnen bekämen 900 Euro im Monat. Frauen stellten die Gruppe mit den niedrigsten Renten. Zu ihren Vorschlägen gehören die Kopplung der Mindestrenten an den SMI und ein Renteneintrittsalter von 65 Jahren.

Wenn der Mindestlohn steigt, sollten die Renten im gleichen Tempo steigen, und keine sollte darunter fallen.

— Ada Colau

Pablo Bustinduy, Minister für soziale Rechte, Verbraucherangelegenheiten und die Agenda 2030 sowie Wahlkampfsprecher von Frente Amplio, schrieb auf X, die Rechte wolle künftige Leistungen kürzen und privatisieren. Er sagte, 60 % der Altersrenten lägen unter 1.500 Euro im Monat und 66 % der Witwenrenten unter 1.000 Euro. Emilio Delgado, Spitzenkandidat von Frente Amplio in Madrid, nahm ebenfalls an dem Marsch teil, gemeinsam mit Colau und Bustinduy.

In Piélagos in Kantabrien sagte die PP-Regionspräsidentin María José Sáenz de Buruaga, die Renten seien nicht in Gefahr und „garantiert und angepasst, wer auch immer regiert“. Sie wies die Kritik der Opposition am System zurück.

Anteil der Renten unter zentralen Schwellenwerten (laut Bustinduy und El Confidencial) (%)
Altersrenten unter 1.500 Euro im Monat (Bustinduy)60Witwenrenten unter 1.000 Euro (Bustinduy)66Bezieher, die nicht bis zum Monatsende über die Runden komm…51,3