Die Zeremonie
Joni Mitchell, 82, wurde bei einer Einbürgerungszeremonie US-Bürgerin; die Aufnahmen davon wurden am Dienstag, dem 13. Oktober, auf ihrem Instagram-Account veröffentlicht. In dem Clip applaudiert eine Menge, als eine Beamtin „Joni Mitchell. Kanada.“ aufruft. Die Bildunterschrift ihres Beitrags lautete: „Eine Reise, die vor 62 Jahren begann.“ Die New York Times berichtete, sie habe beim Warten in der ersten Reihe eine rote Baskenmütze und ein dunkelblaues Blumenhemd getragen.
Mitchell hat keinen Grund für ihre Einbürgerung genannt, und von ihr oder ihren Vertretern lagen laut Variety zunächst keine weiteren Informationen vor. Billboard und andere Medien berichteten ebenfalls, dass keine Details bekannt seien. Mitchell hat ihre kanadische Staatsangehörigkeit offenbar nicht aufgegeben, weshalb sie laut ABC News nun die doppelte Staatsbürgerschaft besitzt.
Jahre in den USA
Mitchell wurde in Alberta geboren und wuchs in Saskatoon auf. Mitte der 1960er Jahre zog sie mit ihrem damaligen Ehemann, dem Folk-Sänger Chuck Mitchell, den sie im Juni 1965 geheiratet hatte, nach Detroit. Nachdem ihre Ehe zwei Jahre später endete, zog sie nach New York und dann nach Los Angeles, wo sie Teil der Folk-Szene des Laurel Canyon wurde. Derzeit lebt sie in Santa Barbara.
Jahrelang wurde sie von Medien und Institutionen in Bezug auf ihre Staatsbürgerschaft unterschiedlich behandelt. CBC berichtete im März 2026, sie sei nie eingebürgert worden, und im April ließ die New York Times sie aus einer Liste der 30 größten lebenden amerikanischen Songwriter heraus, mit der Begründung, sie sei Kanadierin.
Politische Äußerungen und Reaktionen
Mitchell hat Donald Trump bei Konzerten kritisiert. Bei einem Auftritt im Hollywood Bowl im Jahr 2024 sagte sie: „Ich wünschte, ich könnte wählen... Ich bin Kanadierin. Ich bin eine dieser miesen Einwanderer.“ Im März 2026 überreichte ihr der kanadische Premierminister Mark Carney bei den Juno Awards in Hamilton, Ontario, einen Preis für ihr Lebenswerk, und sie sagte, sie lebe in den Vereinigten Staaten und die Leute wüssten, was dort vor sich gehe.
Auf eine Frage zu Mitchell antwortete der Sprecher des Weißen Hauses, Davis Ingle, laut The Independent: „Wer zum Teufel ist Joni Mitchell?“ Ihr langjähriger Freund und Musiker Graham Nash kommentierte ihren Beitrag: „Herzlichen Glückwunsch, Joan! Gerade rechtzeitig zum Wählen!“
Was das bedeutet
Als Staatsbürgerin kann Mitchell nun an US-Wahlen teilnehmen, was ihr nach eigenen Angaben zuvor nicht möglich war. Spiegel Online berichtete, sie habe 1974 gesagt: „Ich bin definitiv Kanadierin. Darauf bin ich stolz.“ In einer Erklärung auf ihrer Website aus dem Jahr 2006 hieß es, sie sehe sich weiterhin in erster Linie als Kanadierin, sei aber zugleich US-Bürgerin.
