Zwei Schiffe in den frühen Morgenstunden getroffen

Zwei Handelsschiffe wurden in den frühen Morgenstunden des Dienstags, dem 13. Oktober, vor Bulgariens Schwarzmeerküste von Drohnen getroffen, wie Ministerpräsident Rumen Radev mitteilte, der von einem zweiten derartigen Vorfall innerhalb einer Woche sprach. Das erste Schiff, die Chelsea 3, ist in ukrainischem Besitz und fährt unter maltesischer Flagge. Laut Radev wurde es gegen 1:30 Uhr Ortszeit etwa 18 Seemeilen vor der Küste von drei Drohnen getroffen und beschädigt, aber nicht versenkt. Das Seerettungszentrum von Varna erhielt das Notsignal um 01:30 Uhr Ortszeit, wie Europa Press berichtet. Ein zweites Schiff wurde im selben Gebiet getroffen und sank etwa 17 Meilen von Krapets entfernt.

Zeitlicher Ablauf der Schiffsangriffe im Schwarzen Meer, 13. Oktober 2026
  1. Das Seerettungszentrum von Varna erhält um 01:30 Uhr Ortszeit ein Notsignal zu einem Schiff
  2. Ein zweites Schiff wird im selben Gebiet getroffen und sinkt
  3. Radev kündigt an, den russischen Botschafter einbestellen zu wollen, und berichtet, dass NATO- und EU-Vertreter informiert wurden

Rettung der Besatzung

Radev schrieb auf Facebook, dass alle 15 Besatzungsmitglieder der Chelsea 3, sieben Ukrainer und acht Aserbaidschaner, sicher in den Hafen von Varna gebracht wurden. Fünf von ihnen erhielten medizinische Versorgung. Eine auf Notbasis entsandte Patrouille der bulgarischen Grenzpolizei führte die Rettung durch, wie Europa Press berichtet. Zu dem gesunkenen Schiff erklärte Radev, ein Besatzungsmitglied sei gerettet worden, weitere Einzelheiten zu diesem Schiff nannte er nicht. Bulgarien grenzt nicht an die Ukraine oder Russland, nimmt aber als NATO-Mitglied eine strategische Position am Schwarzen Meer ein, wo beide Länder bedeutende Häfen haben.

Status der Besatzungen nach den Angriffen auf zwei Schiffe (Personen)
Gerettete Besatzungsmitglieder der Chelsea 315Besatzungsmitglieder der Chelsea 3 in medizinischer Versorg…5Gerettete Besatzungsmitglieder des gesunkenen Schiffes1

Bulgariens Reaktion

Radev sagte, Bulgarien habe die ständigen Vertreter bei NATO und EU informiert und werde weiter um Unterstützung bei der Untersuchung bitten, um das Land zu identifizieren, aus dem die Drohnen kamen. Bulgarien bat zudem um Hilfe bei der Stärkung der Überwachung seines Luft- und Seeraums und bei der Verbesserung seiner Reaktionsfähigkeit. Radev sagte, es gebe keine klaren Beweise, um eine der beiden Seiten verantwortlich zu machen, doch das Ergebnis begünstige die Russische Föderation. Bulgariens Regierung hat den russischen Botschafter in Sofia einbestellt, wie Europa Press berichtet.

Das ist absolut inakzeptabel – ein weiterer Angriff in unmittelbarer Nähe der bulgarischen Hoheitsgewässer.

— Rumen Radev

Der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha machte Russland direkt für die Angriffe verantwortlich und verurteilte, was er als Moskaus bewusste Missachtung zivilen Lebens und der maritimen Sicherheit im Schwarzen Meer bezeichnete.

Reaktion von NATO und EU

NATO-Generalsekretär Mark Rutte sprach mit Radev über die jüngsten Angriffe auf die Handelsschifffahrt im Schwarzen Meer. In einem Beitrag in den sozialen Medien erklärte Rutte, das Bündnis werde weiter eng mit seinen Verbündeten in der Schwarzmeerregion zusammenarbeiten und habe seine Präsenz an der Ostflanke bereits verstärkt. Europa Press berichtete, Rutte habe keine neuen konkreten Maßnahmen angekündigt. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen verurteilte die Drohnenangriffe auf Handelsschiffe vor Bulgariens Küste und erklärte, sie brächten das Leben der Besatzungen in ernste Gefahr und bedrohten die Sicherheit im Schwarzen Meer. Sie sagte, das Schwarze Meer sei zu einer weiteren Front in Russlands Eskalation seines Krieges in der Ukraine geworden, und die Verantwortlichen müssten zur Rechenschaft gezogen werden.

Was unklar bleibt

Keine Quelle nennt, wer die Angriffe ausgeführt hat, und Radev sagte, die Beweise stützten noch keine Anschuldigungen gegen eine bestimmte Seite. Die Herkunft der Drohnen ist nicht geklärt, die Untersuchung läuft. Die Zahl der Besatzungsmitglieder an Bord des gesunkenen Schiffes und der Zustand der übrigen Besatzung wurden in den Berichten nicht genannt. Radev sagte, die Angriffe seien absolut inakzeptabel und Bulgarien werde weiter Unterstützung suchen, um seinen Luftraum und seine Gewässer zu überwachen.