Ein Kordon um das Camp
Am Donnerstagnachmittag bildeten ab etwa 16:30 Uhr Hunderte Menschen einen Sicherheitskordon um das Wohnungsprotestcamp auf der Plaza del Ayuntamiento, nachdem eine rechtsextreme Gruppe zu einer Kundgebung aufgerufen hatte, um den Platz zu „desalojar“ (räumen). Der Kordon schützte die Hauptzugänge und verlief entlang der Zelte; Vertreter von Bürgerinitiativen und Menschen, die dem Aufruf des Camps gefolgt waren, beteiligten sich. Das Camp besteht seit Samstag mit mehr als 500 Zelten. Europa Press gab die Zahl der Menschen mit mehr als 1.000 an, während La Razón von mehr als 1.500 Menschen berichtete, die dort campierten. Die Polizei war auf dem Platz und an der etwa 500 Meter entfernten Plaza de la Reina im Einsatz, Zwischenfälle wurden nicht gemeldet.
Die rechtsextreme Kundgebung
Die Gruppe Patriam hatte ihre Versammlung auf der Plaza de la Reina angesetzt, wo Dutzende Menschen, die meisten von ihnen jung und einige minderjährig, spanische Flaggen schwenkten und Embleme mit dem Burgunderkreuz zeigten. Europa Press berichtete, dass Teilnehmer in einigen Fällen den Nazi-Gruß zeigten. Gegen 19:30 Uhr zogen sie, von Beamten begleitet, in Richtung Parterre ab, wo sie sich zerstreuten. Im Camp wurden unter anderem „No pasarán“ und „València será la tomba del feixisme“ (València wird das Grab des Faschismus sein) gerufen, und es wurde dazu aufgerufen, sich dem für den 11. November geplanten Generalstreik anzuschließen.
- Der Stadtrat bestätigt, dass die Mascletà am 9. Oktober ausgesetzt ist
- Sicherheitskordon bildet sich um das Wohnungsprotestcamp
- Teilnehmer der Patriam-Kundgebung ziehen zum Parterre ab und zerstreuen sich
- Generalitat-Präsident kritisiert die Linke in Les Corts
Die Entscheidung zur Mascletà
Auf einer Pressekonferenz am Donnerstag bestätigte der Stadtrat, dass die Mascletà am 9. Oktober wegen der Anwesenheit des Camps auf dem Platz nicht abgebrannt wird. Der Stadtrat für Bürgersicherheit, Jesús Carbonell, sagte, die Entscheidung komme von der Regierungsdelegation in der Valencianischen Gemeinschaft, die auf eine Anfrage des Stadtrats geantwortet habe, die vor jeglichen rechtlichen Schritten gestellt worden sei. Er sagte, der Stadtrat habe nie die Räumung des Camps gefordert und seine Rechtsabteilung prüfe „die Möglichkeit rechtlicher Schritte“ wegen „Untätigkeit“, also des Fehlens der Nationalpolizei in den ersten Tagen des Camps.
Die Mascletà ist ausgesetzt, weil die Regierungsdelegation es ausdrücklich so gesagt hat.
Carbonell sagte außerdem, die Route des Bürgerumzugs, der die Carrer de les Barques verlässt, könnte betroffen sein, und die Campbewohner würden die Anfrage in ihre Versammlungen tragen.
Politische Reaktionen
Compromís und PSPV warfen Valencias Bürgermeisterin María José Catalá vor, die Atmosphäre vor der Feier am 9. Oktober zu „incendiar“ (entfachen), und forderten sie auf, die Spannungen zu entschärfen. Compromís-Sprecher Papi Robles sagte, Catalá „habe ihren institutionellen Charakter verloren“.
Sie soll aufhören, die Bürger zu beschuldigen, die nur menschenwürdigen Wohnraum fordern.
In der Kontrollsitzung des Regionalparlaments in Les Corts am Donnerstag kritisierte Generalitat-Präsident Juanfran Pérez Llorca linke Gruppen dafür, die Feier „mediatizar“ (vereinnahmen) zu wollen, und nannte es „sehr unfair“, dass eine kleine Gruppe die Mascletà stoppen könne. An Compromís-Chef Joan Baldoví gewandt sagte er:
Sie wollen uns Valencianern sagen, wie wir zu sein haben.
Wie es weitergeht
Der 9. Oktober, der Tag der Valencianischen Gemeinschaft, fällt auf Freitag, die Mascletà auf der Plaza del Ayuntamiento ist nun ausgesetzt. Das Camp muss die Anfrage des Stadtrats zur Umzugsroute in seinen Versammlungen beantworten. Aufrufe zu einem Generalstreik am 11. November wurden während der Donnerstagsversammlung aus dem Camp laut.