Selenskyjs Interview mit Piers Morgan
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj gab dem britischen Moderator Piers Morgan ein Interview für die Sendung Piers Morgan Uncensored, das am Mittwoch, dem 14. Oktober 2026, veröffentlicht wurde. Darin sagte er, es sei schmerzhaft, wenn der amerikanische Präsident eine Seite wähle, die nicht die der Ukraine sei. Auf die Frage, ob er sich von Trump verraten fühle, hielt Selenskyj mehrere Sekunden inne, bevor er mit Ja antwortete, und fügte hinzu, die Angelegenheit sei komplizierter als seine eigenen Gefühle. Er sagte zudem, die Ukraine, die sich gegen russische bewaffnete Aggression verteidige, verliere einen starken Partner in den Vereinigten Staaten. Er habe kein Problem damit, dass Trump in der Mitte zwischen der Ukraine und Russland stehe, doch wer in der Mitte stehe, müsse dort auch bleiben. Der Satz über den Präsidenten, der eine Seite wähle, bildet das Zentrum des Wortwechsels.
Der Diesel-Deal und Trumps Äußerungen
Trump kündigte am Freitag, dem 9. Oktober, eine Vereinbarung mit Wladimir Putin über Lieferungen von russischem Diesel an die amerikanischen und die Weltmärkte an, einen Kraftstoff, den westliche Sanktionen wegen des russischen Krieges in der Ukraine belasten. Griechische Medien beschreiben die Vereinbarung als Aufhebung der Sanktionen gegen russische Diesel-Exporte. Während die russischen Angriffe sich verstärkten, sagte Trump zudem, Putin sei eher zu einer Einigung bereit als Selenskyj. Am Wochenende des 10. und 11. Oktober forderte Trump nach griechischen Berichten einen neuen Präsidenten für die Ukraine. Mehrere griechische Medien berichten, dieser Ruf sei erfolgt, nachdem Trump zugestimmt hatte, die Sanktionen gegen russische Diesel-Exporte aufzuheben.
Ölpreise und die Lage der Ukraine
Trump setzt Selenskyj auch wegen der hohen Ölpreise unter Druck, die er auf ukrainische Angriffe auf russische Raffinerien zurückführt und nicht auf den US-israelischen Krieg mit dem Iran. Der tschechische Bericht besagt, dieser Krieg habe die Öllieferungen durch die Straße von Hormus, eine wichtige Route, eingeschränkt. Selenskyj entgegnete, er könne eine neutrale Haltung der Vereinigten Staaten verstehen, doch Neutralität verlange Konsequenz. Er sagte, die Ukraine stehe nicht zum Verkauf, und für sein Land sei die Angelegenheit keine Geschäftsfrage, sondern seine Existenz und seine Heimat.
Besuch in London
Selenskyj weilte am Mittwoch, dem 14. Oktober, nach den griechischen Berichten zu einem offiziellen Besuch im Vereinigten Königreich in London. Er traf Premierminister Andy Burnham in der Downing Street, und König Charles empfing ihn im Buckingham-Palast. An der Seite Burnhams sagte Selenskyj, es sei bedauerlich, dass die Ukraine Schwierigkeiten mit den Starlink-Diensten und mit dem Informationsaustausch gehabt habe. Er sagte außerdem, er sei von der Entwicklung der Zusammenarbeit seines Landes mit den Vereinigten Staaten überrascht worden. Das Interview wurde am selben Tag wie der Besuch veröffentlicht.
