Die Abstimmung
Am Mittwoch, dem 14. Oktober 2026, verabschiedete die Abgeordnetenkammer als entscheidende Kammer einen Gesetzentwurf, den die USR-Senatorin Ruxandra Cibu Deaconu eingebracht hatte. Der Text ändert und ergänzt das Gesetz 46/2003 über die Rechte der Patienten und gibt schwangeren Frauen das Recht auf Würde und Privatsphäre von der Schwangerschaft bis zur Entlassung. Er garantiert zudem eine Begleitperson ihrer Wahl während der Wehen, der Geburt und der Verlegung zwischen Einrichtungen, vorbehaltlich Hygiene-, Seuchen- und Sicherheitsvorschriften. Öffentliche und private Entbindungsstationen müssen organisatorische oder technische Maßnahmen ergreifen, darunter eine Sichtabtrennung in den Räumen, in denen Wehen und Geburt stattfinden.
Cibu Deaconu schrieb auf Facebook, der Gesetzentwurf habe 262 Ja-Stimmen und keine Gegenstimme erhalten. Sie bezeichnete die Abstimmung als ungewöhnlich, da alle Parteien denselben Text unterstützten.
Keine Mutter in Rumänien soll mehr allein gebären müssen.
Was das Gesetz für Mütter und Neugeborene regelt
Der Gesetzentwurf gibt dem Neugeborenen zudem das Recht, von der Geburt bis zum Ende des Krankenhausaufenthalts bei der Mutter zu bleiben und nicht von ihr getrennt zu werden, außer aus medizinischen, seuchenhygienischen, Sicherheits- oder höheren Gewaltgründen, die in den medizinischen Unterlagen festgehalten werden. Entbindungsstationen müssen die Wochenbettbetreuung so organisieren, dass ein früher Kontakt zwischen Mutter und Neugeborenem, das Stillen und Rooming-in gefördert werden, sofern für beide die Sicherheitsbedingungen erfüllt sind. Jede Einschränkung dieser Rechte ist nur in objektiven, medizinisch oder seuchenhygienisch begründeten Situationen zulässig, etwa zum Schutz der Frau, des Neugeborenen, des medizinischen Personals oder anderer Patienten. Cibu Deaconu schrieb, keine Entbindungsstation dürfe eine Begleitperson aus Gründen der Bequemlichkeit oder Platzmangels ablehnen.
Der Impfstreit
In den Erklärungen zur Abstimmung verlagerte sich die Debatte auf das Impfen. Aurora Tasica-Simu, eine parteilose Abgeordnete, beglückwünschte die Initiative von PNL, USR, UDMR und PSD, riet schwangeren Frauen jedoch, die Impfung ihrer Neugeborenen nach der Geburt abzulehnen. Sie sagte, während ihres eigenen Kaiserschnitts habe ein Anästhesist versucht, sie zur Impfung ihres Babys am ersten Lebenstag zu überreden, und sie habe sich widersetzt. Der frühere Gesundheitsminister Alexandru Rogobete entgegnete von der Rednerbühne aus und kritisierte Politiker, die vom Parlamentspodium aus medizinische Ratschläge und impfgegnerische Reden hielten. Er sagte, Rumänien stehe in der Europäischen Union an erster Stelle bei der Zahl der Kinder, die an Masern gestorben seien, und ein Abgeordneter der AUR verteidigte Tasica-Simu gegen ihn.
Die nächsten Schritte
Der Gesetzentwurf geht nun zur Verkündung an Präsident Nicușor Dan, den Schritt, der ihn in Kraft setzen würde. Cibu Deaconu schrieb, das Gesetz bedürfe über die Verkündung hinaus nichts weiteres, um wirksam zu werden. Die Abstimmung erfolgte, während der Streit über das Impfen im Debattenprotokoll der Kammer ungelöst blieb.