Die Operation

Polizei und Staatsanwaltschaften in mehreren Ländern führten am Mittwoch, dem 14. Oktober 2026, koordinierte Durchsuchungen und Festnahmen in einem Betrugsfall durch, in den ein Unternehmen verwickelt ist, das Dienstleistungen für NATO-Kriegsschiffe erbringt. Eurojust, die EU-Agentur für justizielle Zusammenarbeit in Strafsachen, koordinierte die Aktion. Behörden aus Norwegen, Rumänien und Deutschland waren beteiligt, das Vereinigte Königreich schloss sich über seine Staatsanwaltschaften und die Ministry of Defence Police an. Der Fall begann im April 2025, als die NATO Support and Procurement Agency (NSPA) mutmaßlich gefälschte Belege im Zusammenhang mit Dienstleistungen an Land für Besatzungen von NATO-Kriegsschiffen bemerkte, die Häfen in Nordwesteuropa anliefen.

Was die Ermittler vorwerfen

Dem Unternehmen und seinen Subunternehmern wird vorgeworfen, gefälschte Rechnungen für Husbandry-Dienstleistungen eingereicht zu haben – die logistische und organisatorische Unterstützung, die Kriegsschiffen und ihren Besatzungen während Hafenaufenthalten zuteilwird. Eurojust beziffert den Schaden für die NATO-Mitgliedstaaten auf mehr als eine Million Euro, doch die genaue Summe ist noch Gegenstand der Ermittlungen. Die Vorwürfe umfassen auch die Bestechung ausländischer Amtsträger, die über einen Mittelsmann erfolgt sein soll, um eine günstige Behandlung bei Vertragsverhandlungen mit der NSPA zu erreichen. Rumänische Staatsanwälte der Nationalen Antikorruptionsdirektion (DNA) ermitteln wegen des Verdachts der Steuerhinterziehung, des Betrugs und der Geldwäsche durch ein Handelsunternehmen und seine Vertreter. Ein rumänischer Bericht nannte die Summe von mehr als einer Million Dollar, während Eurojust und andere Medien Euro angaben.

Durchsuchungen und Festnahmen

In Norwegen wurden fünf Verdächtige im Raum Bergen festgenommen, und Wohnungen und Geschäftsräume wurden durchsucht, wie aus einer Erklärung des norwegischen Kriminalpolizeiamts hervorgeht. Økokrim, die norwegische Behörde für Wirtschafts- und Umweltkriminalität, erklärte, die Verdächtigen aus Bergen seien des schweren Betrugs beschuldigt. In Rumänien durchsuchte die DNA drei Orte im Kreis Constanța, darunter die Wohnungen mehrerer Personen und den Sitz eines Unternehmens. In Deutschland durchsuchte die Hamburger Polizei zwei Unternehmen und eine Wohnung, und der rumänischen Erklärung zufolge erfolgten die deutschen Durchsuchungen auf Grundlage einer Europäischen Ermittlungsanordnung.

Äußerungen der Staatsanwaltschaft

Marianne Bender, Chefanklägerin bei Økokrim, sagte, die Untersuchung werde Zeit brauchen, da die Vorwürfe mehrere Jahre und eine große Zahl von Schiffsanläufen umfassten. Sie sagte, steigende Verteidigungsetats erhöhten das Risiko von Wirtschaftskriminalität, und die Behörden würden streng vorgehen, sollte die NATO betrogen worden sein. Die DNA erklärte, sie werde weitere Einzelheiten bekannt geben, sobald es die verfahrensrechtlichen Umstände zuließen.

Was offen bleibt

Die Gesamtsumme des mutmaßlichen Betrugs ist nicht geklärt, und die Quellen nennen keinen Zeitrahmen für Anklagen in einem der beteiligten Länder. Die Ermittler haben noch nicht bestätigt, wie die mutmaßlichen Bestechungsgelder gezahlt wurden oder an welche Amtsträger sie gingen.