Blockade im Louvre
Studierende der École du Louvre (Louvre-Schule) blockierten am 19. Oktober 2026 den Zugang zum Museum und schlossen sowohl den Haupteingang an der Pyramide als auch den Richelieu-Durchgang. Das Museum konnte nicht zur geplanten Öffnung um 09:00 Uhr aufmachen. Vonseiten des Museums hieß es gegenüber den draußen wartenden Besuchern, das Haus bleibe an diesem Tag geschlossen, die Eintrittsgelder würden erstattet. Die Museumsleitung erklärte, die Aktion stehe nicht in direktem Zusammenhang mit dem Haus, die Studierenden nutzten das Gebäude als Bühne. Die Museumsleitung sprach von rund fünfzig Studierenden, die die Aktion anführten; eine Gewerkschaft erklärte, die Blockade könne mindestens bis Mittag dauern.
Was die Studierenden sagen
Die Studierenden drücken ihre Unterstützung für die Bewegung an den Oberschulen aus und verurteilen, was sie als Polizeirepression gegen junge Demonstranten bezeichnen. Ein an den Eingängen ausgehängtes Flugblatt, das AFP vorlag, wirft der Regierung vor, auf die Jugendproteste mit Polizeigewalt zu antworten. Derselbe Text nennt Haushaltskürzungen, Stellenstreichungen und einen Abbau öffentlicher Dienstleistungen als Gründe für den Unmut. Die Organisatoren bezeichnen die Blockade als letztes Mittel nach mehreren Wochen Mobilisierung. Die Studierendenbewegung habe in den französischen Überseegebieten begonnen und sei dann in die Hauptstadt übergeschwappt, heißt es.
Ausschreitungen und Festnahmen am Wochenende
Proteste am Wochenende des 17. und 18. Oktober 2026 legten weite Teile Frankreichs lahm. Ein Rathaus wurde in Brand gesetzt, mehrere Geschäfte geplündert und zahlreiche Gebäude mit Graffiti beschmiert, während gewalttätige Gruppen in Städten im ganzen Land mit der Polizei zusammenstießen. In Paris nahm die Polizei 855 Menschen fest – ein Rekordwert. Landesweit habe die Polizei rund 1.800 Menschen in Gewahrsam genommen, und mehr als 500 Beamte seien verletzt worden, sagte der Innenminister. An Märschen in Dutzenden Städten beteiligten sich mehr als eine halbe Million Menschen. Mediafax und AFP ordneten die Bewegung als eine seit einem Monat laufende Studierendenkampagne ein, die sich mit allgemeiner Wut über steigende Lebenshaltungskosten und den Abbau öffentlicher Dienstleistungen verbinde.
Ein Konflikt, der das Museum schon trifft
Die Aktion der Studierenden steht nicht in direktem Zusammenhang mit dem Louvre, doch das Museum war im vergangenen Jahr bereits mehrfach betroffen. Ein Personalstreik, der nach Vandalismus am 19. Oktober 2025 begann, hat den Zugang zum Museum mehrfach unterbrochen. Die Streikenden fordern bessere Arbeitsbedingungen und höhere Löhne. Die Blockade am 19. Oktober 2026 traf damit ein Haus, das ohnehin mit einem Arbeitskonflikt zu kämpfen hat. Die Kosten trugen zuerst die Besucher, die bereits Eintrittskarten gekauft hatten, denn das Museum musste die Eintrittsgelder für den Tag erstatten.