Kiew nimmt die Angriffe wieder auf

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat der Financial Times gesagt, die Ukraine habe die Angriffe auf russische Raffinerien wieder aufgenommen und damit eine rund dreitägige, von Washington erbetene Pause beendet. In einem Interview, das die Deutsche Welle mit seiner Reise nach Großbritannien in Verbindung brachte, sagte er, das Verbot sei aufgehoben worden und Kiew habe genug gehabt. Selenskyj argumentierte, Russland habe weiterhin die ukrainische Energieinfrastruktur getroffen, während sich die Ukraine zurückgehalten habe. Die Deutsche Welle berichtete zudem, russische Angriffe auf zivile Energieanlagen hätten Hunderttausende Menschen ohne Strom gelassen. Selenskyj sagte, Kiew sei bereit, die Angriffe erneut auszusetzen, wenn die Vereinigten Staaten mehr Luftverteidigungssysteme lieferten, insbesondere Patriot-Abfangraketen.

Das Moratorium und der Diesel-Deal

Am Samstag, dem 10. Oktober, schlug Trump ein Moratorium für Angriffe auf Raffinerien und Energieanlagen vor. Dieser Vorschlag kam zu einem Zeitpunkt, als Washington laut Europa Press die Sanktionen gegen russisches Rohöl aufhob. Am 9. Oktober kündigten die Vereinigten Staaten und Russland eine Vereinbarung über russische Diesel-Exporte an, und Trump erklärte, Russland werde mehr als 300.000 Tonnen Diesel an den amerikanischen und den Weltmarkt liefern. Selenskyj warf Moskau vor, seine Angriffe dank der Vereinbarung bewusst zu verstärken, was Kiew scharf kritisiert hat. Nach Angaben von Adnkronos kritisierten bipartisan Mitglieder des US-Kongresses das Abkommen. Die italienische Ministerpräsidentin Giorgia Meloni nannte es riskant und warnte, es könne den Konflikt verlängern, während die Deutsche Welle berichtete, das Abkommen könne Wladimir Putin zusätzliche Einnahmen verschaffen, solange der Krieg andauert.

Geheimdienste, Starlink und Musk

Selenskyj sagte, Washington habe den ukrainischen Militärführern mitgeteilt, die Weitergabe von Geheimdienstinformationen werde blockiert, wenn die Angriffe nicht aufhörten. Er wies die Erklärung zurück, eine Störung des Starlink-Satellitendienstes sei ein technischer Fehler gewesen, und sagte, die Ursache sei eine Frage des Willens. Kiew hatte von Verlangsamungen und Einschränkungen berichtet, die einige Drohneneinsätze behinderten, insbesondere solche, die zuverlässige Verbindungen für mittel- und langreichweitige Operationen benötigen. Adnkronos berichtete, das Starlink-System habe zum Zeitpunkt seines Berichts wieder normal funktioniert. Elon Musk antwortete auf X, das US-Militär und letztlich der US-Präsident entschieden über jede Begrenzung der Geschwindigkeit oder Nutzung des Starshield-Systems. Im selben Beitrag schrieb er, das Massaker werde weitergehen, und es sei Zeit für Selenskyj zu gehen, als Antwort auf einen Beitrag über Selenskyjs Interview mit Piers Morgan.

Moskaus Reaktion und Angriffe vor Ort

Der russische Außenminister Sergei Lawrow nannte Selenskyjs Schritt in Baku, vor einem Gipfel der Konferenz über Interaktion und vertrauensbildende Maßnahmen in Asien, eine direkte und grobe Herausforderung Trumps. Lawrow sagte, die Friedensinitiativen hätten seit dem Gipfel von Anchorage im August 2025 stetig abgenommen. Kreml-Sprecher Dmitri Peskow sagte, es habe von ukrainischer Seite im Wesentlichen kein Moratorium gegeben und die Angriffe auf russische Raffinerien hätten fortgedauert. Der Gouverneur der Region Rjasan, Pawel Malkow, meldete nach einem massiven Drohnenangriff einen Brand in einer Raffinerie seiner Region; Informationen über Opfer oder Schäden lagen zunächst nicht vor. Selenskyj sagte, bei russischen Angriffen in den Provinzen Kirowohrad und Dnipropetrowsk seien sechs Menschen getötet worden, und zwischen Mitternacht und 9:00 Uhr am 15. Oktober seien mehr als 850 Shahed-Drohnen gezählt worden.

Chronologie des Streits

Die Ereignisse überschlugen sich innerhalb weniger Tage. Die Vereinigten Staaten und Russland kündigten die Diesel-Vereinbarung am 9. Oktober an, und Trump schlug am folgenden Tag, dem 10. Oktober, das Moratorium vor. Selenskyjs Aussage gegenüber der Financial Times am 15. Oktober beendete die Pause bei den Raffinerie-Angriffen. Russland erklärte laut Europa Press, es verhandele über eine Vereinbarung zu einem Waffenstillstand im Energiesektor.

Schlüsseldaten im Streit um die Raffinerie-Angriffe
  1. Gipfel von Anchorage, nach dem laut Lawrow die Friedensinitiativen stetig abnahmen
  2. Die Vereinigten Staaten und Russland kündigen eine Vereinbarung über russische Diesel-Exporte an
  3. Trump schlägt ein Moratorium für Angriffe auf Raffinerien und Energieanlagen vor
  4. Selenskyj sagt der Financial Times, das Verbot von Raffinerie-Angriffen sei aufgehoben