Reinigung und Übung an der Zugspitze

Am Samstag, 10. Oktober, führten Ehrenamtliche der Bergwacht Grainau und der Hubschrauberstaffel der Bayerischen Polizei eine gemeinsame Übung im Höllental durch und verbanden sie mit einer Reinigung des Höllentalferners an der Zugspitze. Die Hubschrauberbesatzung übte Landungen und Rettungswinden-Einsätze in schwierigem Gelände und setzte die Retter an mehreren Stellen auf dem Gletscher ab. Von dort aus begannen die Ehrenamtlichen, Müll zu sammeln – eine Aktion, die die Bergwacht im bayerischen Dialekt Ramadama nennt. Laut DIE WELT diente die Reinigung zugleich als Training in alpiner Technik auf dem Eis.

Was die Retter einsammelten

Neben alltäglichem Abfall wie Plastikflaschen bargen die Ehrenamtlichen alte oder beschädigte Ausrüstung, darunter Kleidung, Schlafsäcke, Rucksäcke, Grödel, Steigeisen und Stöcke. Die Bergwacht nannte zudem zwei GoPro-Kameras und mehrere Knochen als besondere Funde. Der Münchner Merkur berichtete unter Berufung auf Blick, dass 14 Bergretter teilnahmen und insgesamt 700 Kilogramm gesammelt wurden. Die Bergwacht erklärte, drei große Säcke mit einem Gesamtgewicht von rund 700 Kilogramm seien ins Tal geflogen worden. Auch altes Drahtseil und Schrott vom Bau des Klettersteigs wurden eingesammelt.

Knochen und die Ermittlungen der Polizei

Ein Arzt der Bergwacht stieß laut Blick auf die Knochen, und die Funde wurden der Polizei übergeben. Blick zufolge könnten sie von einem Menschen stammen, während der Bayerische Rundfunk anmerkt, dass noch unklar ist, wie lange sie dort lagen oder ob sie menschlich sind. Die Bergwacht Grainau teilte in den sozialen Medien mit, wie es weitergeht:

Letztere werden nun von der Polizei weiter untersucht und unter anderem im Zusammenhang mit möglichen Vermisstenfällen überprüft.

— Bergwacht Grainau

Blick ergänzt, dass die Eigentümer der Gegenstände noch überprüft werden.

Warum das Gletschertraining wichtig ist

Der Bayerische Rundfunk erklärt, Kernziel der Übung seien Rettungsmanöver mit der Winde und Lastflüge in schwierigem Gelände gewesen. Die Besatzung habe zudem mögliche Landeplätze für künftige Einsätze erkundet. Der Sender ergänzt, dass der Aufstieg zur Zugspitze über den Gletscher regelmäßig im Fokus von Rettungseinsätzen stehe. Blick berichtet, die Retter hätten einen neuen Einstieg oberhalb des Höllentalferners geprüft, der eingerichtet wurde, weil der Gletscher zurückgegangen ist, und das Abseilen in Gletscherspalten sowie die Sicherung auf blankem Eis geübt. Plastikflaschen zersetzen sich in großer Höhe nur sehr langsam, merkt Blick an, und setzen Mikro- und Nanoplastik frei.