Die Berichte

The Times berichtete am Montag, dem 12. Oktober 2026, dass Gianni Infantino 2024 eine zusätzliche Zahlung von FWC2026 US Inc. erhalten habe, der in den USA ansässigen Organisation, die die FIFA zur Verwaltung und Durchführung der WM 2026 gegründet hatte. Reuters bezifferte den Betrag unter Berufung auf FIFA- und IRS-Dokumente, die ESPN vorlagen, auf 1,72 Millionen Dollar und erklärte, er sei zusätzlich zu Infantinos Gehalt und Zuwendungen von der FIFA im Jahr 2024 gezahlt worden, die etwa 4,9 Millionen Dollar betrugen. Die Zahl von The Times, wie von Adnkronos und N-tv berichtet, liegt bei 1,76 Millionen Dollar, und die Zeitung erklärte, Infantino habe 2025 und 2026 möglicherweise höhere Zusatzzahlungen erhalten. Den Berichten zufolge war die Zusatzzahlung nicht im Jahresbericht der FIFA ausgewiesen, der laut N-tv 4,274 Millionen Schweizer Franken für Infantinos Vergütung im Jahr 2024 aufführt.

Gemeldete zusätzliche Zahlung an Infantino 2024 nach Quelle (Mio. USD)
ESPN (FIFA- und IRS-Dokumente)1,72The Times (Steuererklärung von FWC2026 US Inc.)1,76

Die Reaktion der FIFA

Die FIFA wies die Berichte am Dienstag, dem 13. Oktober, zurück, und ein Sprecher sagte gegenüber ESPN, die Organisation weise „jeden Anschein eines Verstoßes“ gegen ihre Statuten „entschieden zurück“. In der Erklärung hieß es, die FIFA zahle ihrem Präsidenten kein zweites Gehalt und erfülle alle Berichtspflichten zur Vergütung.

Die Konten der FIFA werden unabhängig geprüft, und alle Erklärungen entsprechen den Steuervorschriften in der Schweiz, den Vereinigten Staaten und anderswo.

— FIFA

Die FIFA erklärte zudem, die jährliche Vergütung und andere vertragliche Zuwendungen des Präsidenten würden vom unabhängigen Vergütungsunterausschuss festgelegt. Adnkronos berichtet, die FIFA habe auf Fragen von The Times keine Erklärungen abgegeben, während ein Vertreter sagte, Gehalt und Zuwendungen würden von den zuständigen Gremien festgelegt und den US-Behörden wie gesetzlich vorgeschrieben gemeldet. Die von Reuters zitierten FIFA-Statuten sehen vor, dass die individuelle Vergütung des FIFA-Präsidenten „veröffentlicht werden muss“.

Das Büro im Trump Tower

Die New York Times, zitiert von The Independent, berichtete, die FIFA habe etwa ein Jahr vor der diesjährigen WM einen Mietvertrag über mehr als sieben Jahre für eine Suite im Trump Tower in New York zu Kosten von 4 Millionen Dollar unterzeichnet. Quellen sagten der Times, die fast 5.000 Quadratfuß große Fläche stehe größtenteils leer, die meisten amerikanischen FIFA-Mitarbeiter arbeiteten von zwei Büros in Miami aus, und es gebe derzeit keine Pläne, den Standort im Trump Tower zu besetzen. Die FIFA erklärte gegenüber der Zeitung, der Mietvertrag „entspricht allen lokalen Gesetzen“ und „wurde im Einklang mit dem üblichen internen Verfahren der FIFA unterzeichnet“, und fügte hinzu, die Fläche werde überwiegend für besondere Veranstaltungen und während der Generalversammlung der Vereinten Nationen genutzt. Zwei Quellen sagten der Times, Infantino habe die Entscheidung zur Eröffnung des Büros angeführt, und das Weiße Haus lehnte eine Stellungnahme zu dem Bericht ab.

Miguel Maduro, ein ehemaliger Governance-Chef der FIFA, sagte der Times, der Mietvertrag könne ein Interessenkonflikt sein.

Dieser Deal mit der Trump Organization birgt einen klaren Interessenkonflikt angesichts der Interessen der FIFA an der WM in den USA oder ihrer Partnerschaft mit dem Board of Peace von Präsident Trump.

— Miguel Maduro

Alex Phillips, ein ehemaliger FIFA-Funktionär, nannte das neue Büro „ein völlig unnötiges Maß an Anbiederung“. The Independent merkt an, dass Infantino an Trumps Amtseinführung 2025 teilnahm und dem Präsidenten später im selben Jahr den FIFA-Friedenspreis überreichte.

Druck vor der Ratssitzung am Donnerstag

N-tv berichtet, dass die UEFA und der Deutsche Fußball-Bund (DFB) wollen, dass Infantinos Amtszeit endet. Der FIFA-Rat tagt am Donnerstag, dem 15. Oktober 2026, in Zürich, wo Infantino auf Kritiker trifft, die über ihre UEFA-Rollen im Rat sitzen. N-tv zufolge hat Infantino noch genügend Unterstützung aus Afrika, Asien, Südamerika und Ozeanien, um seine Position vorerst zu halten. Reuters erinnert daran, dass er Anfang des Jahres wegen eines inzwischen aufgegebenen Plans in die Kritik geraten war, einen 20-prozentigen Anteil an der WM an private Investoren zu verkaufen, und Adnkronos berichtet, dass die Frist für Präsidentschaftskandidaturen am 18. November endet.

Berichte über Infantinos Vergütung und Reaktion der FIFA, Oktober bis November 2026
  1. The Times berichtet über eine nicht offengelegte Zahlung aus 2024 an Infantino von FWC2026 US Inc.
  2. Die FIFA weist die Berichte zurück und erklärt, sie zahle kein zweites Gehalt
  3. Der FIFA-Rat tagt in Zürich, wo Infantino auf Kritiker aus der UEFA trifft
  4. Die Kandidaturfrist für die FIFA-Präsidentschaftswahl endet