Flucht während eines Arztbesuchs
Zwei Justizvollzugsbeamte brachten am Mittwoch, dem 14. Oktober, einen 34-jährigen Gefangenen aus der Justizvollzugsanstalt Essen zu einer Arztpraxis am Kennedyplatz in der Innenstadt. Eine Polizeisprecherin sagte, der Angriff habe sich gegen 12:45 Uhr ereignet, die Polizei habe den Transport für die Mittagszeit geplant gehabt. Laut dpa überwältigten maskierte Angreifer die Beamten im Flur des Gebäudes, und ein Beamter zog während des Gerangels seine Waffe, bevor sie ihm aus der Hand geschlagen wurde. Tagesschau berichtete, die Helfer hätten die Begleitkräfte überwältigt, sie aber nicht verletzt. Welt berichtete unter Berufung auf Bild, die Beamten seien zudem entwaffnet und gefesselt worden, bevor die Angreifer mit dem Gefangenen flohen.
Großfahndung und Warnung an die Öffentlichkeit
Der Gefangene und seine zwei Helfer liefen zunächst in verschiedene Richtungen, doch später beschrieb die Polizei die drei Männer als gemeinsam flüchtend. Die Polizei startete einen großen Einsatz in der gesamten Innenstadt und bat die Anwohner um Wachsamkeit. In einem Beitrag auf X forderte die Behörde die Menschen auf, sich keiner verdächtig wirkenden Person zu nähern und sofort die 110 zu rufen.
Wenn Sie eine verdächtige Person bemerken, nähern Sie sich ihr nicht! Rufen Sie sofort die 110. Eine Bewaffnung der Täter kann derzeit nicht ausgeschlossen werden.
Eine Polizeisprecherin sagte, Waffen könnten nicht ausgeschlossen werden, und die Beamten durchsuchten die Gegend noch, als die jüngsten Berichte verfasst wurden. Zeugen wurden aufgerufen, sich zu melden, und tagesschau erklärte, die Suche nach dem Gefangenen dauere an.
Verdächtiger Gegenstand nahe dem Tatort
Ein Zeuge meldete einen Gegenstand, der wie eine Handgranate aussah, auf einem Auto in einer Seitenstraße wenige hundert Meter vom Kennedyplatz entfernt. Die Polizei sperrte die Straße und evakuierte angrenzende Gebäude, und ein Entschärferteam des Landeskriminalamts wurde nach Essen geschickt. Das Team stellte fest, dass es sich bei dem Gegenstand um eine hölzerne Nachbildung einer Handgranate handelte. Die Polizei machte keine Angaben dazu, ob er mit der Flucht in Verbindung stand, und es blieb unklar, wer ihn dort zurückgelassen hatte. Die Seitenstraße blieb nach der Entwarnung für den Gegenstand gesperrt, da die Suche nach dem Gefangenen weiterging.
Der Ablauf der Meldungen aus den ersten Stunden ist unten dargestellt.
- Zwei Justizvollzugsbeamte, die den 34-jährigen Gefangenen begleiten, werden auf dem Weg zu einer Arztpraxis am Kennedyplatz überwältigt
- Die Polizei warnt Anwohner, dass die Angreifer bewaffnet sein könnten, und fordert sie auf, die 110 zu rufen
- Ein Zeuge meldet einen Gegenstand, der einer Handgranate ähnelt, und ein Entschärferteam wird nach Essen geschickt
- Der Gegenstand wird als hölzerne Nachbildung einer Handgranate bestätigt, während die Suche nach den drei Männern weitergeht
Der Gefangene und offene Fragen
Das Justizministerium Nordrhein-Westfalen teilte der dpa mit, der Gefangene habe sich in Essen in Untersuchungshaft befunden, wegen des Verdachts von Drogendelikten und gefährlicher Körperverletzung. Bild beschrieb den Drogenvorwurf als Drogenhandel, und Der Tagesspiegel schrieb diese Darstellung Bild zu und nicht der Polizei. Bild berichtete zudem, die Polizei gehe davon aus, dass mindestens eine Pistole mitgenommen wurde – ein Detail, das keine Polizeimitteilung in den Berichten bestätigte. Die dpa berichtete, die beiden nicht identifizierten Helfer seien in den Berichten bislang nicht namentlich genannt worden, und die Quellen sagen nicht, wie gefährlich der Gefangene sein könnte. Die Berichte geben auch keinen vollständigen Ablauf des Angriffs wieder, und die Suche nach den drei Männern lief noch, als die jüngsten Berichte verfasst wurden.