Was geschah

Am Sonntag, 18. Oktober, brach in der Wismaria, einer ehemaligen Malzfabrik in der Hansestadt Wismar an der Ostseeküste Mecklenburg-Vorpommerns, ein Feuer aus. Der Alarm erreichte die Wismarer Feuerwehr kurz vor 16:00 Uhr, als bereits Flammen aus dem Backsteingebäude schlugen und sich über das gesamte Obergeschoss ausgebreitet hatten. Das Gebäude steht seit Jahrzehnten leer. Der NDR berichtet, die Fabrikruine stehe unter Denkmalschutz und sei als „Lost Place“ bekannt. Dpa und N-tv beschreiben das Gebäude als ehemalige Papierfabrik, während Berliner Zeitung und NDR es als Malzfabrik bezeichnen, sodass die Berichte über die frühere Nutzung voneinander abweichen.

Löscharbeiten

Die Berufsfeuerwehr Wismar war vor Ort und forderte im Zuge der Brandausbreitung wiederholt Verstärkung an. Insgesamt neun Freiwillige Feuerwehren aus Wismar und dem Umland wurden eingesetzt, um die Flammen unter Kontrolle zu bringen. Die Berliner Zeitung berichtet, die Einsatzkräfte hätten den Brand kurz vor 19:00 Uhr für gelöscht erklärt, rund drei Stunden nach dem ersten Alarm. Laut Polizei wurden die Löscharbeiten am späten Abend beendet, sodass beide Darstellungen denselben Endpunkt aus unterschiedlichen Blickwinkeln beschreiben.

Wichtige Zeitpunkte am Sonntag, 18. Oktober
  1. Die Feuerwehr erhält den Alarm, als die Flammen bereits das Obergeschoss erfasst haben
  2. Die Integrierte Leitstelle für Feuerwehr und Rettungsdienst Schwerin gibt eine amtliche Rauchwarnung für Nordwestmecklenburg heraus
  3. Der Brand wird als gelöscht gemeldet, etwa drei Stunden nach dem ersten Alarm

Rauch, Geruch und Warnungen

Stundenlang lag dichter Rauch über der Stadt und verbreitete einen Geruch im gesamten Stadtgebiet. Die Stadt Wismar bat die Anwohner, Türen und Fenster zu schließen und Klima- und Lüftungsanlagen vorübergehend abzuschalten, damit kein Rauch in die Gebäude eindringe. Die Integrierte Leitstelle für Feuerwehr und Rettungsdienst Schwerin gab um 16:00 Uhr eine amtliche Warnung für den Landkreis Nordwestmecklenburg heraus. Laut dieser Leitstelle bestand trotz des starken Rauchs keine Gesundheitsgefahr. Der Bereich um den Brandort sollte gemieden werden, damit die Einsatzkräfte ungestört arbeiten konnten, und es wurde erwartet, dass sich der Rauch nach dem Löschen des Feuers allmählich verziehen würde. Die Anwohner wurden auf lokale Radiosender und eine Warn-App für aktuelle Informationen hingewiesen.

Bahnverkehr gestört

Die Fabrik steht unmittelbar neben den Gleisen, sodass Züge das Gebäude während des Brandes nicht passieren konnten. Der RE8 wurde während des Einsatzes vorübergehend unterbrochen. Die Berliner Zeitung berichtete später, der Bahnverkehr scheine wieder zu laufen, wenngleich Fahrgästen des RE8 weiterhin empfohlen wurde, den Status vor der Abfahrt zu prüfen.

Ursache und Verletzte

Die Polizei vermutet Brandstiftung, die Brandursache ist jedoch noch nicht geklärt. Der NDR-Bericht bezeichnet den Ausgangspunkt als weiterhin unklar. Nach ersten Erkenntnissen der Polizei wurde niemand verletzt, da das Gebäude ungenutzt war. Angaben zu Schäden oder weiteren Opfern haben Polizei und Stadt in den bisher geprüften Quellen nicht gemacht.