Herzlicher Empfang in Brüssel

Volodymyr Selenskyj betrat den Sitzungssaal des Europäischen Rates im Europa-Gebäude unter langem Applaus, Handschlägen und Umarmungen, wie ANSA berichtete. Der einzige Regierungschef, der sich diesem Empfang entzog, war der slowakische Ministerpräsident Robert Fico, und laut Politico, zitiert von ANSA, ging Selenskyj nicht einmal auf ihn zu. ANSA brachte die Kühle mit Berichten in Verbindung, die in den Tagen vor dem Gipfel die Runde machten und Fico eine Annäherung an Moskau zuschrieben. Der Gipfel läuft laut Europa Press seit Donnerstag, dem 15. Oktober, und sein zweiter Tag begann mit einem gemeinsamen Presseauftritt von Selenskyj, Ursula von der Leyen und dem Präsidenten des Europäischen Rates, António Costa.

Wintervorbereitungen und der Haushalt 2027

Bei seiner Ankunft im Rat sagte Selenskyj, Russland zeige keinerlei Anzeichen, den Krieg beenden zu wollen, weshalb sich die Ukraine auf den Winter vorbereiten müsse. Er beschrieb ein Winterpaket, das Energie, Luftverteidigung und Finanzierung umfasse, und sagte, der Finanzbedarf der Ukraine für 2027 – nicht nur für 2026 – sei ein zentrales Thema der Gespräche. Er dankte Parlament und Regierung für die Verabschiedung von Reformen trotz massiver Angriffe. Von der Leyen sagte, Russland versuche, die Energie- und Wasserinfrastruktur der Ukraine zu zerstören, und versprach, die EU werde Kiew wie in den Wintern zuvor durch den Winter helfen. Selenskyj meldete zudem auf X die Opferzahlen des Tages nach russischen Drohnenangriffen auf Charkiw und Riwne.

Beitrittsgespräche und EU-Zusicherungen

Costa sagte zu Selenskyj, auf die EU sei nicht nur während des Krieges Verlass, sondern auch mit Blick auf die Zukunft der Ukraine als Mitglied. Er wies darauf hin, dass die Ukraine und die EU in der Woche des 12. Oktober zwei weitere Verhandlungscluster eröffnet hätten. Von der Leyen sagte, Ziel sei es, die letzten beiden Cluster bis Ende 2026 zu eröffnen, und dankte der Rada für ihre Arbeit an den für die Mitgliedschaft nötigen Reformen. Selenskyj sagte, die Ukraine arbeite daran, die verbleibenden zwei noch vor Jahresende zu beginnen. Costa argumentierte, dies sei nicht der Moment, die Unterstützung zurückzufahren oder Sanktionen zu lockern, und der Druck müsse steigen, damit Russland einen echten Waffenstillstand akzeptiere.

Starlink, Sanktionen und der Streit mit Washington

Kallas sagte, Starlink sei für die Ukraine wirklich notwendig und Europa könne diese Kapazität kurzfristig nicht ersetzen. Sie sagte, die Europäische Verteidigungsagentur erfasse alle kritischen Fähigkeiten und Lücken, die die EU schließen müsse, und drängte darauf, so schnell wie möglich zur Umsetzung zu kommen. Ihre Äußerungen folgen auf Beschränkungen des militärischen Satellitendienstes Starshield von SpaceX, die am 14. Oktober 2026 verhängt wurden und die Kommunikation ukrainischer Drohnen unterbrachen sowie weitere militärische Schwierigkeiten für Kiew schufen. Europa Press berichtet zudem von einem Streit zwischen Selenskyj und Donald Trump über die Vermarktung russischen Diesels in den Vereinigten Staaten und über Trumps Kritik an ukrainischen Angriffen auf russische Raffinerien. Von der Leyen sagte, die EU habe Trumps Vorschlag eines Energie-Waffenstillstands unterstützt, doch Russland habe ihn nicht einmal eine Minute lang eingehalten und seine Angriffe verstärkt. Sie sagte, die EU arbeite an einem 22. Sanktionspaket und werde keine Sanktionen aufheben, solange Russland den Krieg nicht beende.