Zeremonie für Donnerstag angesetzt
Chinesische Staatsmedien berichten, beide Regierungen würden am Donnerstag, dem 15. Oktober, eine gemeinsame Eröffnungszeremonie abhalten, anschließend werde der Übergang den Verkehr aufnehmen. Die Brücke verbindet Dandong im Nordosten Chinas mit Sinuiju in Nordkorea. Ihre Länge wird von AP mit rund drei Kilometern angegeben, in einem portugiesischsprachigen Bericht mit 3.026 Metern. Das neue Bauwerk soll je zwei Fahrspuren in jede Richtung führen, während die bestehende Brücke, 1937 errichtet, als Korea japanische Kolonie war, über eine einzige Straßenspur und ein Gleis verfügt und den Verkehr nur in eine Richtung gleichzeitig zulässt. Als Quelle für das Datum wird Xinhua genannt; der neue Übergang soll die ältere Brücke mit der Zeit ablösen, ein Zeitplan dafür wurde jedoch nicht veröffentlicht.
Eine Brücke, Jahre hinter dem Plan
Der Bau lief einem Bericht zufolge von Oktober 2011 bis Oktober 2014, und China stellte seinen Teil der Brücke 2014 fertig, in der Hoffnung, den Handel anzukurbeln. Die Eröffnung war ursprünglich für 2014 erwartet worden, doch das Jahr verging ohne Anzeichen von Verkehr. Bis September 2014 endete das nordkoreanische Ende an einem unfertigen Erdwall, ohne Zoll- und Einwanderungsanlagen. Die der Kommunistischen Partei Chinas nahestehende Zeitung Global Times veröffentlichte damals einen ungewöhnlich deutlichen Beitrag und zitierte Einwohner von Dandong, die ungeduldig auf den erwarteten wirtschaftlichen Aufschwung warteten. Ausländische Analysten vermuteten damals, Pjöngjang sei vorsichtig gegenüber dem wachsenden wirtschaftlichen Gewicht Chinas.
- Baubeginn der neuen Brücke
- Eröffnung ursprünglich erwartet, doch es folgt kein Verkehr
- Nordkoreanische Seite endet an einer unfertigen Erdrampe
- Bau abgeschlossen, einem Bericht zufolge
- Eröffnungszeremonie in Dandong und Sinuiju angesetzt
Weiter gefasste Beziehungen zwischen China und Nordkorea
Peking bleibt Pjöngjangs größter Handelspartner und wichtigster Verbündeter, auch wenn es über die Jahre Missbilligung der nordkoreanischen Raketentests geäußert hat. Die chinesischen Exporte nach Nordkorea erreichten 2025 2,3 Milliarden Dollar, ein Sechsjahreshoch und ein Plus von 25 Prozent gegenüber dem Vorjahr, wie Al Jazeera berichtet. Xi Jinping wurde im Juni in Pjöngjang empfangen, sein erster Besuch dort seit 2019. Air China nahm im März nach sechsjähriger Pause wieder Direktflüge zwischen Peking und Pjöngjang auf, und im selben Monat kehrte der Personenverkehr auf der Schiene zwischen beiden Ländern zurück, der seit 2020 ausgesetzt war. Kim Jong Un nahm im September 2025 an einer Militärparade in Peking teil – das erste Mal seit Jahrzehnten, dass ein nordkoreanischer Führer bei einer chinesischen Militärparade auftrat. Nordkorea hat die Touristenvisa für chinesische Staatsbürger, die einst die Mehrheit der ausländischen Besucher stellten, noch nicht wieder eingeführt.
Russland und die sich verschiebende Balance
Nordkorea und Russland unterzeichneten 2024 einen umfassenden strategischen Partnerschaftsvertrag, der eine gegenseitige Beistandsklausel enthält. Nordkorea hat Tausende Soldaten entsandt, um in Russlands Krieg gegen die Ukraine zu kämpfen, und Anfang Oktober wurde die erste Brücke eröffnet, die Russland und Nordkorea verbindet. Von Al Jazeera zitierte Analysten sagen, diese engere Beziehung habe Pjöngjangs Abhängigkeit von Peking verringert. Der Vertrag über Freundschaft, Zusammenarbeit und gegenseitigen Beistand von 1961 enthält weiterhin eine Beistandsklausel und bleibt Chinas einzige formelle Militärallianz. US-Präsident Donald Trump hat Interesse bekundet, die Beziehungen zu Pjöngjang zu verbessern, und ein erneutes Treffen mit Kim ins Spiel gebracht, ein Treffen wurde jedoch nicht angesetzt.