Kategorie-3-Sturm vor Mexiko

Hurrikan Trudy verstärkte sich am frühen Freitag, 16. Oktober, vor Mexikos Pazifikküste zu einem Sturm der Kategorie 3, wie das US National Hurricane Center in Miami mitteilte. Die maximalen anhaltenden Winde erreichten 195 km/h und der Sturm bewegte sich mit 9 km/h nach Nordwesten. Sein Zentrum lag etwa 420 km südwestlich von Acapulco und rund 590 km südsüdöstlich von Manzanillo. In den kommenden Tagen wird eine weitere Verstärkung erwartet. Das Auge des Sturms soll sich am Samstag, 17. Oktober, der südwestlichen und westlich-zentralen mexikanischen Küste nähern.

Rasche Verstärkung

Der mexikanische Nationale Wetterdienst (SMN) meldete am Donnerstag, 15. Oktober, dass Trudy die Kategorie 2 auf der Saffir-Simpson-Skala erreicht hatte. Um 21:00 Uhr Ortszeit an jenem Abend lag das System 375 km südwestlich von Acapulco und 405 km südlich von Lázaro Cárdenas in Michoacán, mit anhaltenden Winden von 165 km/h und Böen von 205 km/h. Der SMN erklärte, der Sturm verstärke sich schnell, und erwartete starke Regenfälle in Guerrero, Oaxaca und Michoacán. Trudy hatte sich am Dienstag, 13. Oktober, als tropischer Sturm südwestlich von Mexiko gebildet. Die New York Times zählte ihn als 21. benannten Sturm, der sich in diesem Jahr im zentralen und östlichen Pazifik gebildet hat, und wies darauf hin, dass er Kategorie-4-Stärke erreichen könnte, wobei die Frage eines Landgangs am Donnerstag noch offen war.

Trudys Entwicklung vom Tropensturm zu Kategorie 3
  1. Trudy bildet sich als tropischer Sturm südwestlich von Mexiko
  2. Erreicht Kategorie 2 mit 165 km/h Winden, laut Mexikos SMN
  3. Verstärkt sich zu Kategorie 3 mit 195 km/h Winden, laut US National Hurricane Center
  4. Auge soll sich der südwestlichen und westlich-zentralen Küste Mexikos nähern

Eine geschäftige Pazifiksaison

Sollte Trudy wie von den Prognostikern erwartet Kategorie 3 erreichen, wäre er der zehnte Hurrikan dieser Stärke im Pazifik in diesem Jahr, berichtete die New York Times. Eine typische Saison bringt nach Angaben der US National Oceanic and Atmospheric Administration etwa vier oder fünf solcher Stürme hervor. Der Pazifikrekord liegt bei 11, aufgestellt im Jahr 2015, einem Jahr, das auch ein starkes El Niño hatte, so Phil Klotzbach von der Colorado State University. El Niño neigt dazu, den östlichen Pazifik zu erwärmen und dort mehr Zyklone zu nähren, während es im Atlantik meist ruhiger bleibt. Mexikos Prognose für 2026 sieht 18 bis 21 benannte Stürme im Pazifik vor, von denen vier oder fünf zu Hurrikanen der Kategorie 3 oder stärker werden könnten.

Überschwemmungen durch frühere Stürme

Tropensturm Simon, ein Sturm der Kategorie 1, der am Dienstagabend, 13. Oktober, an Stärke zunahm und sich fast Kategorie-3-Niveau näherte, soll sich nun zu einem Resttief abschwächen. Seine Regenfälle erreichten Nayarit und Sinaloa, wo die Behörden die Rettungsdienste wegen überlaufender Flüsse in Alarmbereitschaft hielten, und am Wochenende wurde ein Todesfall in Guerrero gemeldet. Regen, steigendes Wasser und Erdrutsche im Zusammenhang mit Simon und den Überresten von Tropensturm Rachel töteten nach Bestätigung der Behörden mindestens sechs Menschen entlang Mexikos Pazifikküste. Die schwersten Schäden gab es in Ensenada, Baja California, wo Flutwasser im Zusammenhang mit Rachels Überresten fünf Menschenleben forderte. Die Staatsanwaltschaft teilte der AP mit, unter den Toten seien ein 13-jähriges Mädchen, zwei Frauen im Alter von 30 und 35 Jahren und ein vierjähriger Junge, während eine fünfte Person, die am Dienstag in der Nähe eines Bachs gefunden wurde, bislang nicht identifiziert ist. Am Mittwoch, 14. Oktober, wurden noch fünf Menschen vermisst, darunter drei in Ensenada sowie ein Vater und sein Sohn, die am Samstag, 10. Oktober, von San Felipe zu einem Angelausflug auf den Golf von Kalifornien aufgebrochen waren. Rund 300 Rettungskräfte, Polizisten und Soldaten durchkämmten am Dienstag den Bach El Pipila, und die mexikanische Marine suchte nach den vermissten Fischern.

Anderswo im Pazifik

Tropensturm Champi befand sich am Freitag, 16. Oktober, östlich von Guam und bewegte sich mit 12 mph nach West-Nordwesten, wobei die maximalen anhaltenden Winde auf 52 mph zunahmen, wie der US-Wetterdienst und das Meteorologie- und Ozeanographie-Kommando der US-Marine mitteilten. Eine Taifunwarnung gilt für Guam und Rota, und eine Warnung vor tropischen Stürmen besteht für Tinian, Saipan und umliegende Gebiete.