Beteiligung an Doctolib

Nvidia wird Minderheitsgesellschafter von Doctolib, der französischen Plattform für die Buchung von Arztterminen, ohne einen Sitz im Verwaltungsrat. Jensen Huang kündigte den Schritt am Dienstag, dem 13. Oktober 2026, bei einer Veranstaltung in Paris an. Stanislas Niox-Château, der Doctolib leitet, sagte gegenüber AFP, der amerikanische Konzern werde eine Minderheitsposition ohne Vertretung im Verwaltungsrat halten. Das neue Kapital soll Einstellungen beschleunigen und dem Unternehmen ermöglichen, eigene KI-Modelle zu entwickeln, damit es nicht mehr von Anbietern wie OpenAI oder Anthropic abhängig ist. Doctolib will bis 2027/2028 virtuelle Assistenten für Patienten und Pflegekräfte auf den Markt bringen und dabei auf die Rechenleistung von Nvidia setzen.

Drei Start-ups und die europäische Offensive

Huang nannte zudem drei französische KI-Unternehmen, die eine Investition von Nvidia erhalten. Genesis AI arbeitet an künstlicher Intelligenz für die Robotik und wird als französisch-amerikanisch beschrieben. Pigment stellt Planungssoftware für Unternehmen her, die KI nutzt, und Entalpic wendet generative KI auf die Materialentdeckung für die Chemieindustrie an. Die Höhe der Summen für diese vier Geschäfte gab Nvidia nicht bekannt. Huang sagte, das Unternehmen habe 2025 mindestens 8 Milliarden Dollar in Europa investiert und plane, 2026 weitere 2 Milliarden Dollar auszugeben. Er soll seine Europareise nach London, Stockholm und Berlin fortsetzen.

Nvidias Investitionen in Europa, in Mrd. USD (Mrd. USD)
2025 (mindestens)82026 (geplant)2

Treffen mit Macron und Reaktionen

Huang traf Emmanuel Macron im Élysée-Palast. Macron schrieb auf X, die Partnerschaft bringe eine offene, sichere künstliche Intelligenz, die der Souveränität Frankreichs diene. Die Ligue des droits de l'homme äußerte Bedenken wegen eines Forschungsprogramms von Doctolib, das auf Daten seiner 50 Millionen Nutzer zurückgreift. Diese Bedenken wurden kurz vor der Ankündigung von Nvidia laut. Nvidia war bereits im September aufgefallen, als der Konzern die französisch-amerikanische Plattform Hugging Face für 12,9 Milliarden Dollar übernahm.

Arbeitsplätze und Sicherheit im Interview von Huang

In einem Interview mit mehreren französischen Medien, darunter Ouest-France, widersprach Huang der Auffassung, KI könne die Menschheit auslöschen. Er argumentierte, KI bleibe unter menschlicher Kontrolle und die Sicherheitstechnik müsse mit ihr Schritt halten. Er verglich dies mit einem Auto, bei dem Bremssysteme, Radare, Kameras und Airbags Teil des Fahrzeugs selbst seien. Zur Beschäftigung sagte er, Gemeinden, in denen Rechenzentren stehen, hätten neue Arbeitsplätze und Investitionen in lokale Stromnetze erlebt. Zudem verwies er auf 15.000 neue Start-ups, die 2025 weltweit gegründet wurden, als Beleg dafür, dass KI Arbeitsplätze schafft.