Was am Mittwoch geschah

Die Gewerkschaften FNV und CNV riefen für Mittwoch, den 14. Oktober, zu einem eintägigen Streik im regionalen öffentlichen Verkehr auf, nachdem die Tarifverhandlungen mit den Betreibern gescheitert waren. Sie fordern 9,5 Prozent mehr Lohn über zwei Jahre und bessere Arbeitsbedingungen für ältere Beschäftigte. Bis eine Einigung erzielt ist, wollen die Gewerkschaften, dass die Fahrer bis Weihnachten einen Tag pro Woche streiken, wobei der Tag jede Woche wechseln soll, falls die Arbeitgeber nicht nachgeben. Fahrer bei Arriva, Keolis, Qbuzz, Transdev und EBS wurden aufgerufen, die Arbeit niederzulegen, auch Büroangestellte beteiligten sich an der Aktion.

Der Betrieb unterschied sich stark je nach Region

Die Auswirkungen auf die Busse fielen von Provinz zu Provinz sehr unterschiedlich aus. In Noord-Brabant fuhren etwa 10 Prozent der Busse, der niedrigste gemeldete Anteil, während in Twente und Limburg etwa 70 Prozent verkehrten. Im Achterhoek gab es keine Beeinträchtigungen, und in Utrecht schienen etwa ein Viertel der Busse unterwegs zu sein. In Rotterdam fuhren keine Busse, wohl aber Straßenbahnen und die Metro. Die Stadtnetze in Amsterdam (GVB) und Den Haag (HTM) fallen nicht unter den regionalen Sektor und hielten ihre normalen Fahrpläne ein. Der Betreiber EBS teilte auf seiner Website mit, dass im Gebiet Haaglanden bis mindestens 13:00 Uhr keine Busse fahren würden, und listete acht Linien auf, die weiterhin bedient werden sollten.

Anteil der fahrenden Busse während des Streiks am 14. Oktober, nach Region (%)
Noord-Brabant10Twente und Limburg70

Der Schienenverkehr war weit weniger betroffen. Arriva-Züge in Limburg blieben im Depot, doch Arriva-Züge zwischen Zwolle und Emmen, zwischen Almelo und Hardenberg sowie zwischen Zutphen und Oldenzaal fuhren nach Fahrplan. NS-Beschäftigte fallen unter einen anderen cao und streikten nicht.

Warum einige Fahrer weiterarbeiteten

In Utrecht war das Bild uneinheitlich, weil der Betreiber U-OV viele selbstständige Fahrer beschäftigt, die es sich nicht leisten können, einen Tageslohn zu verlieren. Mehrere Fahrer sagten, sie arbeiteten weiter für ihre Fahrgäste. Ein selbstständiger Fahrer sagte, er wolle den Menschen helfen, während ein angestellter Fahrer, der nicht Gewerkschaftsmitglied ist, sagte, er erhalte kein Streikgeld und Kollegen, die einen freien Tag beantragt hätten, sei dieser verweigert worden. Fahrer berichteten, Transdev setze seit August selbstständige Kräfte ein, doch Transdev erklärte, es seien vor dem Streik keine zusätzlichen selbstständigen Fahrer eingesetzt worden.

In Drenthe war das Bild anders. Viele Busfahrer in der gesamten Provinz folgten dem Aufruf, und die meisten Busse blieben im Depot. Eine Fahrerin in Emmen, die sich am Ausstand beteiligte, sagte, die Arbeitgeber wollten mehr unbezahlte Pausen, was längere Schichten bedeuten würde.

Wenn man Verschlechterungen durchdrückt, etwa dass die Löhne nicht mit der Inflation Schritt halten, dann wird gestreikt.

— Stijn Duursma

Stijn Duursma von FNV machte denselben Punkt und fügte hinzu, Streiks seien nicht angenehm, aber notwendig, und verwies auf das Verschwinden von Bushaltestellen und Linien sowie auf weitere geplante Kürzungen.

Betreiber und Arbeitgeber reagieren

Qbuzz-Regionaldirektor Laurence Hovenkamp sagte, die Busse würden mit Beschäftigten fahren, die nicht streikten, doch das Unternehmen habe kein klares Bild davon, wie viele es seien. Fahrer, die zur Arbeit kämen, würden ihre eigenen Schichten fahren, daher werde Qbuzz keine Anschlüsse ändern, und man erwarte, dass der Streik die Fahrgäste hart treffen werde.

Streiken ist ein Recht, und Arbeitsbedingungen sind für alle wichtig, aber es ist ein ziemlich schweres Instrument.

— Laurence Hovenkamp

Die Arbeitgeber erklärten, der öffentliche Verkehr stehe unter starkem finanziellem Druck, die Kosten stiegen schneller als die Einnahmen, und die Betreiber könnten diese Kosten nicht einfach weitergeben. Sie argumentierten, die Gewerkschaften verweigerten Gespräche, und der Streik werde die finanziellen Probleme eher vertiefen als lösen. Zudem seien Fahrgäste und Auftraggeber von einem Konflikt betroffen, an dem sie nicht beteiligt seien.

Wie es weitergeht

Die Gewerkschaften haben erklärt, bis eine Einigung erzielt sei, würden die Fahrer bis Weihnachten einen Tag pro Woche streiken, jede Woche an einem anderen Tag. Die Betreiber rieten Fahrgästen, ihre Fahrten kurz vor der Abfahrt zu prüfen, da die Fahrpläne oft in letzter Minute angepasst würden, wenn unklar sei, welche Beschäftigten die Arbeit niederlegten. Qbuzz teilte mit, eine im Reiseplaner als verfügbar angezeigte Fahrt könne später noch geändert oder gestrichen werden.