Ergebnisse der Polizei in Cebu

Die philippinische Nationalpolizei teilt mit, vorläufige forensische Ergebnisse hätten Multimediadateien mit mehreren Arten von Material sexuellen Kindesmissbrauchs und sexueller Ausbeutung auf Geräten identifiziert, die im früheren Haus von Thomas Markle Sr. in Cebu beschlagnahmt wurden. General Wilson Asueta von der Direktion für Ermittlungen und Detektivmanagement der Polizei stellte die Ergebnisse am Dienstag, 3. November, auf einer Pressekonferenz vor. Am Mittwoch, 4. November erklärte die Polizei, die Ermittlungen dauerten an und das Material werde weiter analysiert. Asueta sagte, die Aufnahmen seien offenbar nicht auf den Philippinen entstanden, und unter den gezeigten Personen sei niemand philippinischer oder cebuanischer Herkunft identifiziert worden. Die Minderjährigen seien als asiatischer oder kaukasischer Herkunft beschrieben worden, beiderlei Geschlechts, und in sexuellen Handlungen mit Erwachsenen gezeigt.

Zu den untersuchten Gegenständen gehören mindestens neun Mobiltelefone, drei SD-Karten, fünf Festplatten und eine Kamera.

Geräte aus dem Haus in Cebu unter forensischer Analyse (Geräte)
Mobiltelefone (mindestens)9Festplatten5SD-Karten3Kamera1

Eigentum und Anklage weiter offen

Die Polizei hat bislang nicht festgestellt, wem die Telefone und Festplatten gehören oder wer die Dateien erstellt hat. Asueta konnte noch nicht bestätigen, ob Thomas Markle Sr. in den Aufnahmen zu sehen ist oder ob die Geräte auf seinen Namen registriert sind. Der 82-jährige Markle Sr. bestreitet, solche Bilder zu besitzen, und wurde bislang nicht beschuldigt. Die Polizei erklärte, bei ausreichender Beweislage werde Anklage wegen sexuellen Kindesmissbrauchs und sexueller Ausbeutung im Internet erhoben. Das FBI und andere US-Behörden arbeiten an dem Fall mit und führen eigene Ermittlungen durch.

Wie der Fall ans Licht kam

Thomas Markle Jr., ein Halbbruder von Meghan Markle, soll die Bilder gefunden haben, als er Kartons durchsuchte, die sein Vater zurückgelassen hatte. Er sagte am 23. Oktober der „Sun“, er habe Hunderte, wenn nicht Tausende Bilder gefunden. Anschließend übergab er drei Speicherkarten und ein Mobiltelefon an die philippinische Polizei, die Ermittlungen aufnahm. Die „Sun“ berichtete zudem, auf einem Telefon habe sich ein etwa 15-minütiges Video mit jungen Mädchen befunden, und Markle Jr. habe später weiteres verstörendes Material gefunden. Laut El Mundo befanden sich die Kartons in vier Containern, die sein Vater in Cebu zurückgelassen hatte, wo er bis Mai gelebt hatte.

Schlüsseldaten im Fall des Missbrauchsmaterials um Markle
  1. Thomas Markle Jr. sagt der „Sun“, er habe Hunderte, wenn nicht Tausende Bilder gefunden
  2. Markle Sr. kommt laut der „Sun“ in eine Demenzpflegeeinrichtung in Florida
  3. Die Staatsanwaltschaft von Baja California erhält einen anonymen Hinweis zu einem Lagerabteil
  4. Mexikanische Behörden durchsuchen das Lagerabteil, die philippinische Polizei hält eine Pressekonferenz ab
  5. Die philippinische Polizei teilt mit, vorläufige forensische Ergebnisse hätten Missbrauchsmaterial identifiziert

Durchsuchung in Mexiko und Umzug in die Demenzpflege

Die mexikanischen Behörden wurden parallel tätig. Die Staatsanwaltschaft von Baja California erhielt am Montag, 2. November, einen anonymen Hinweis, und am Dienstag, 3. November, durchsuchten die Behörden ein Lagerabteil in Rosarito, das Markle Sr. gemietet hatte. Der Eigentümer des Lagerabteils teilte den Behörden mit, Markle habe 2024 die Mietzahlungen eingestellt, seine Sachen aber nie abgeholt. Die Ermittler beschlagnahmten Magazine aus Asien, die etwa zwanzig Jahre alt sind, sowie Computerausrüstung.

Der 82-jährige Markle Sr. hatte Monate in der Rehabilitation verbracht, nachdem ihm ein Teil seines linken Beins amputiert worden war; laut NOS erholt er sich von einem Schlaganfall. Am Freitag, 30. Oktober, kam er in eine spezialisierte Demenzpflegeeinrichtung in Florida; laut der „Sun“ bezeichnete seine Tochter Samantha Markle den Schritt als Sicherheitsmaßnahme. Berichte besagen, der Umzug könnte einem Gespräch mit dem FBI rechtliche Hürden in den Weg stellen, da eine Befragung in der Einrichtung möglicherweise nur eingeschränkt möglich ist.

Meghan Markle und der Brief der Metropolitan Police

Meghan Markle hat erklärt, sie sei von den Vorwürfen zutiefst getroffen, und ihre Gedanken seien bei allen Kindern, denen möglicherweise Leid zugefügt wurde. Sie habe vor Jahren in einem Brief, der über die Metropolitan Police weitergegeben wurde, von verstörenden Behauptungen über ihren Vater erfahren und seit 2018 keinen Kontakt mehr zu ihm. Die Metropolitan Police räumte ein, die Einzelheiten jenes Briefes nie an andere Polizeibehörden weitergegeben zu haben; das Independent Office for Police Conduct hat eine Untersuchung gegen die Behörde eingeleitet. Markle Sr. hat früher eingeräumt, auf den Philippinen für sexuelle Dienstleistungen bezahlt zu haben, bestreitet aber entschieden, Missbrauchsabbildungen zu besitzen, und weist die Vorwürfe seines Sohnes als Lügen zurück. Meghan erklärte, sie hoffe, die Menschen verstünden nun, warum sie keinen Kontakt zu ihrem Vater habe.