Lkw-Fahrer, die gegen steigende Kraftstoff- und Energiekosten protestieren, blockierten am Montag, 19. Oktober, die Zufahrtsstraßen zum Hafen von Neapel und bremsten damit den Frachtverkehr zu den Fähranlegern. Der Präsident der Hafenbehörde, Eliseo Cuccaro, sagte, die Hafentore seien offen, doch eine Blockade vor dem Bausan-Tor schränke den Warenverkehr zunehmend ein. Fahrzeuge mit Ziel Ischia, Capri und Procida dürften bei anhaltendem Protest zuerst betroffen sein; einige Fahrer versuchten, die Anleger über innerstädtische Straßen zu erreichen oder auf Abfahrten von Pozzuoli auszuweichen.
Der Protest hat inzwischen auch Autobahnmautstellen erreicht. In der Nacht blieben Lastwagen an der Mautstelle Tremestieri bei Messina stehen, zwei Ein- und Ausfahrspuren blieben offen; auch an der Mautstelle San Gregorio bei Catania hielten Lastwagen an. Der Druck ist auch im Handel zu spüren. Confcommercio-Vizepräsident Pasquale Russo, der zugleich Conftrasporto leitet, sagte, die Blockaden störten bereits die Lieferungen frischer und verderblicher Lebensmittel sowie von Haushaltsgeräten und Unterhaltungselektronik.
Wir müssen verhindern, dass aus einer für den Transportsektor bereits schweren Krise ein Notstand für die gesamte Handelskette und für die Verbraucher wird.
Im Industriegebiet Carinaro in der Provinz Caserta sind Be- und Entladung in den Lagern der Supermarktketten zum Erliegen gekommen, die Regale leeren sich. Geschäfte in Catanzaro in Kalabrien melden nahezu leere Regale, Fisch und frische Waren fehlen, Milch und Mehl gehen zur Neige. In Bari hat das Acar-Konsortium mit rund sechzig Unternehmen und tausend Fahrzeugen die Regionalregierung von Apulien um einen dauerhaften Krisenstab gebeten. Dessen Präsident Vito Tafuni sagte, die Kosten seien von Januar bis September um fast 2.000 Euro pro Fahrzeug und Monat gestiegen. Russo äußerte die Hoffnung, ein für den folgenden Tag geplantes Treffen mit Matteo Salvini werde schnelle Antworten bringen. Das Ministerium für Infrastruktur und Verkehr hat für Dienstag, 27. Oktober, 16 Uhr, ein Treffen mit Vertretern des Güterkraftverkehrs in seinem Sitz an der Porta Pia einberufen.