Eine Absage an das neue Kabinett
Am 18. Oktober 2026 kündigte AUR-Chef George Simion auf Facebook an, seine Partei werde nicht für die Regierung des designierten Ministerpräsidenten Luca Niculescu stimmen. Die Ablehnung gelte auch dann, wenn andere Fraktionen ihre Positionen aufgäben und das Kabinett durchsetzten. Simion erklärte zudem, AUR werde sich nicht von seinen Prinzipien, seinem politischen Credo oder Calin Georgescu distanzieren. Der Beitrag erschien, während die Partei nach Simions Darstellung vor der Parlamentsabstimmung über das Kabinett einer Druckkampagne ausgesetzt war.
Selbst wenn alle Verrat begehen und diese Regierung wählen, werden wir sie trotzdem nicht wählen!
Ein Schweinekopf vor dem Tor
Marius Lulea, einer der Mitgründer der AUR, erstattete am Morgen des 18. Oktober Anzeige bei der Polizei, nachdem er einen Schweinekopf vor dem Tor seines Anwesens in Tunari gefunden hatte. Die Polizei in Otopeni eröffnete auf seinen Antrag ein Strafverfahren, und ein Team von Kriminalbeamten besuchte den Ort und forderte Aufnahmen der Überwachungskameras in der Umgebung an. Lulea sagte gegenüber G4Media, klare Bilder der Beteiligten und des verwendeten Fahrzeugs könnten deren Identifizierung ermöglichen. Laut HotNews meldete Lulea zudem ein bedrohliches Plakat an seinem Gaszähler und erklärte, ähnliche Aufkleber seien vor mehreren Personen angebracht worden, die Simion öffentlich ablehnen. Laut ProTV hatte Lulea eine Woche vor dem Vorfall mit dem Schweinekopf ein Plakat an seinem Zaun gefunden, das eine Zeichentrickfigur zeigte und seiner Aussage nach einen Kriminellen symbolisierte.
In der Praxis mafiöser Strukturen bedeutet ein Schweinekopf eine Todesdrohung.
Lulea sagte, er habe Simion genannt, als er gefragt wurde, wer hinter dem Vorfall stecken könnte, und fügte hinzu, er glaube nicht, dass Simion direkt gehandelt habe, sondern über Mittelsmänner.
Simions Reaktion und der Streit um die Verbindung
Im selben Facebook-Beitrag erklärte Simion, er sei Ziel einer Kampagne geworden, und verwies auf Fernsehberichte, angebliche Enthüllungen eines ehemaligen Kollegen und ein Transkript, das er als Teil einer Reihe unbegründeter Anschuldigungen beschrieb. Er schrieb, die größte Gefahr für Rumänien sei er selbst, und argumentierte, wer genug Lärm zu erzeugen versuche, werde die Partei nicht zum Nachgeben bringen. Zudem erklärte er, die Rumänen würden nicht vergessen, wer das Land in den vergangenen 35 Jahren regiert habe. Er forderte den Staat auf, im Fall Lulea und in allen anderen schwerwiegenden Fällen, die die Partei in jüngster Zeit betroffen hätten, zu handeln, und sagte:
Ich verlange schnelle Ermittlungen und Beweise, keine Urteile im Fernsehen.
ProTV berichtete, Simion habe nicht auf seine Bitte um Stellungnahme zu Luleas Vorwürfen geantwortet, und AUR habe dem Sender mitgeteilt, die ganze Affäre sei inszeniert. G4Media bezeichnete Simions Verbindung zwischen dem Schweinekopf und dem Druck wegen der Abstimmung als unbelegt.
Was noch offen ist
Das Strafverfahren läuft, und die Berichterstattung enthält keinen Hinweis darauf, dass jemand beschuldigt wurde. Ob die Personen auf den Überwachungsaufnahmen identifiziert werden können, bleibt abzuwarten, da die Ermittler das Material aus der Umgebung angefordert hatten. Die Parlamentsabstimmung über das Kabinett Niculescu steht noch aus, und die Artikel nennen keinen Termin dafür. Die beiden Darstellungen stehen sich weiterhin gegenüber: Simion stellt die Affäre als Druck dar, um Stimmen zu sichern, während Lulea über Mittelsmänner auf Simion verwiesen hat.